Erfolg folgt Entschiedenheit

05.10.2016

Erfolg folgt Entschiedenheit

 

Der Unterschied zwischen erfolgreichen und sehr erfolgreichen Menschen ist, dass sehr erfolgreiche Menschen zu fast allem nein sagen.


Interview mit Dr. Peter Kreuz, Jury-Mitglied von TOP JOB, zu seinem neuen Bestseller-Buch „NEIN - Was vier mutige Buchstaben im Leben bewirken können".

 

 

 

Ihr neues Buch heißt ganz einfach NEIN. Was hat Sie bewogen, das Nein - nicht das positive Ja - in den Vordergrund zu rücken?
Schauen Sie sich draußen um: Alle sollen gefälligst positiv sein. Alle sind geil nach Harmonie. In einer Welt voller Teamplayer hat das Nein nichts verloren. Wer Nein sagt, gilt schnell als schwierig. Das nervt mich extrem. Unser Buch sagt Ja zum Nein. Denn Nein ist kein Tabuwort, sondern eines der wichtigsten, besten und sinnvollsten Wörter überhaupt.

 

Warum ist NEIN so wichtig?
Wer selbstbestimmt leben und eigenständige Entscheidungen für etwas treffen will, muss sehr oft Nein sagen. Nein zu sagen, bedeutet für unser Leben selbst die Regie zu übernehmen. Durch unsere Entscheidungen, wozu wir Nein sagen, definieren wir uns selbst. Nur so können wir aus dem, was wir sind, das machen, was wir sein wollen.

 

Gilt das auch für Arbeitgeber?
Na klar. Jede Organisation, jede Marke wird dadurch stark und unterscheidbar, dass sie Grenzen setzt: Ja, das sind wir und das machen wir - aber auch nein, das sind wir nicht und das machen wir nicht. Unternehmen, die durch Abgrenzung eine starke und attraktive Kultur ausstrahlen, ziehen Menschen an, sowohl Mitarbeiter als auch Kunden. Und natürlich stoßen sie auch andere ab, die nicht dazu passen.

 

Haben Sie ein Beispiel?

Nehmen Sie McKinsey. Viele gut ausgebildete Berufsanfänger würden nackt über Glasscherben kriechen, wenn sie bei McKinsey arbeiten könnten. Andere würden lieber nackt über Glasscherben kriechen, wenn sie nicht bei McKinsey arbeiten müssten. Die starken Eigenheiten, die McKinsey von anderen Unternehmen abgrenzen, polarisieren. Das macht die Marke stark und schafft ein Gefühl von Zugehörigkeit. Aber es ist auch genau das, was die Ängstlichen abschreckt. Sie wollen sich nicht festlegen und versuchen, sich alle Optionen offenzuhalten. Aber es allen recht machen zu wollen ist der garantierte Weg ins Mittelmaß.

 

Honorieren Unternehmen denn Mitarbeiter, die keine Hemmungen haben, Konventionen und Überzeugungen zu hinterfragen?
Das Gegenteil ist leider der Fall. Die Systemkonformen, die sich geschmeidig an die herrschende Ordnung anpassen, rutschen am besten durch den Flaschenhals bis an die Spitze. Wer selbstbestimmt handelt, eine abweichende Meinung hat oder es wagt, Konventionen zu hinterfragen, gilt schnell als Wurzel allen Übels. Dumm nur, dass genau diese Menschen unverzichtbar sind, wenn wir im Wettbewerb zukünftig auch die Nase vorne behalten wollen.

 

Das ist ein Widerspruch - oder?
Sie sagen es! Fortschritt entsteht aus dem Nein zum Status quo. Dazu brauchen wir Menschen, die mit kritischem Geist Bestehendes hinterfragen. Das klingt zunächst gut und würde sicherlich auch von einigen Personalern so unterschrieben werden. Aber genau hier zeigt sich die ganze Widersprüchlichkeit. Agilität, kritisches Denken und Initiative: Ja bitte! Aber bitteschön ohne allzu viel Eigensinn und Anspruch auf Selbstbestimmung. Wer so tickt, gilt als höchst suspekt und bietet so manchem Personaler oder Chef Hinweise auf Unzuverlässigkeit und fehlende Orientierung. Oder der Verdacht schwingt mit, ein solcher Freigeist könnte schwer zu führen sein. Es reicht oft schon der Verdacht. Das macht mich wahnsinnig. Hier ein Umdenken einzuläuten, ist mir ein extrem wichtiges Anliegen.

 

Lässt sich NEIN sagen denn lernen?
Ja sicher, aber trotzdem ist es für viele schwierig. Denn Nein zu sagen, birgt im Kern immer ein Spannungsverhältnis zwischen Machtausübung und Beziehungspflege. Niemand will andere Menschen vor den Kopf stoßen. Macht auszuüben ist ein zentraler Bestandteil des Neinsagens, aber es belastet in der Regel die Beziehung. Aber um der Beziehung willen Ja zu sagen, wenn man tatsächlich Nein meint, ist die Anleitung zum eigenen Unglück.

 

Und jetzt vervollständigen Sie doch bitte den Satz: Wenn ich NEIN gelesen habe, dann...?
Habe ich mir und auch meinen Kollegen, meiner Familie und meinen Freunden ein Geschenk gemacht. Denn Menschen, die entschieden sind, sind ganz einfach attraktiver als diejenigen, die nicht entscheiden wollen oder aber entscheiden und es anschließend bereuen oder sogar in ihrer lähmenden Unentschlossenheit verharren.

Herr Dr. Kreuz, wir danken für das Interview.

 

 

Mehr Infos über das Buch „NEIN - Was vier mutige Buchstaben im Leben bewirken können": http://www.foerster-kreuz.com/autoren/nein


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Teilnahmeschluss ist der 23.10.2016. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.