24.06.2010
Die Zukunft ist weiblich
Unternehmen mit Frauen an der Spitze sind wirtschaftlich erfolgreicher. So überzeugend die Ergebnisse von Studien wie der McKinsey-Analyse „Women Matter" auch sein mögen, so wenig werden sie bislang beherzigt. Dabei ist „gender diversity" gar nicht so schwer - auch im deutschen Mittelstand gibt es dafür gute Beispiele.
Die aktuellen TOP JOB- und TOP 100-Unternehmen gehen wieder einmal voran: Sind laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung lediglich 2,5 % aller Vorstandsmitglieder der 200 größten Unternehmen Frauen, ist die Anzahl der weiblichen Führungskräfte bei den besten Arbeitgebern des deutschen Mittelstands aktuell mit knapp 17 % deutlich höher. Und bei den Top-Innovatoren sind es noch 13 %. Dennoch: Auch hier schlummert jede Menge Potenzial.
Wer im „War for Talents" bestehen will, der kommt an Frauenförderung nicht vorbei. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung wird sich die Zahl der Erwerbstätigen in einigen Regionen bereits bis 2015 halbieren, auf der anderen Seite steigt die Zahl weiblicher Abiturienten kontinuierlich. Auch mittelständische Unternehmen sollten sich daher intensiv mit den Möglichkeiten beschäftigen.
Das muss kein Frauenbeirat sein, wie ihn die Hypo-Vereinsbank installiert hat, und auch keine Quotenregelung, wie sie beispielsweise bei der Telekom oder dem WDR gilt. So kann der Mittelstand auch beim Thema Frauenförderung auf seine Stärken setzen: Flexibilität und schnelle Entscheidungswege. Beispiel Oberüber | Karger: Bei dem TOP JOB-Sieger 2008 in der damaligen Kategorie „Familien- und Sozialorientierung" ist mit Ulrike Lerchl eine zweifache Mutter in der Geschäftsführung - die genau weiß, wie weibliche Fachkräfte geangelt und gefördert werden. So übernimmt die Agentur beispielsweise die Kosten für eine notwendige Kinderbetreuung ihrer Angestellten. Ist ein Kind krank, werden Eltern ohne Gehaltseinbußen freigestellt. Und bei Krankheit des Partners oder bei privaten Problemen ist eine vorübergehende Arbeit im Home-Office oder in Teilzeit möglich. Das sind Voraussetzungen, unter denen sich die Mitarbeiterinnen entwickeln können und wollen - auch zu Führungspersönlichkeiten.
