Ich wäre liebend gern einmal als Undercover bei uns im Unternehmen unterwegs

Ein Interview mit Geschäftsführer Ralf Hocke von der spring Messe Management GmbH 

Foto/Bild Copyright: © Fotostudio Franz Pfluegl

 

Beschreiben Sie kurz, was Ihre Aufgaben im Unternehmen sind.

Ich nehme alle klassischen Aufgaben eines Geschäftsführers wahr – neben der kaufmännischen und technischen Geschäftsleitung und der Vertretung der GmbH nach außen insbesondere die gesamte strategische Ausrichtung, Weiterentwicklung und Internationalisierung des Unternehmens. Als neuer Kopf unserer Messen kommuniziere ich viel mit den Ausstellern und weiteren Partnern. Für unser Business ist Networking auf Geschäftsführerebene von großer Bedeutung.

Welche(s) Projekt(e) ist/sind aktuell im Fokus?

Ich bin seit September 2014 in der Geschäftsführung von spring. Bisher habe ich mich vor allem darauf fokussiert, wichtige Player auf unseren Märkten kennen zu lernen und verschiedene Wachstumsfelder und neue Märkte für unsere Projekte zu eruieren. Wir haben tolle Messen, aber wir möchten noch zulegen – indem wir die Bestandsmessen weiter ausbauen und neue Projekte starten. Dafür haben wir eine klare Strategie ausgearbeitet. Das gilt sowohl für unsere Personalfachmessen als auch für den Geschäftsbereich der Karrieremessen „job and career“ sowie mögliche neue Themenfelder.


Auch die interne Weiterentwicklung ist mir wichtig. Ein Beispiel dafür ist unser neues Personalkonzept, das auf einem wohldefinierten Give and Take beruht, den Mitarbeitern mehr Freiheit bei der Arbeitszeitgestaltung lässt und eine Reihe von gesundheitsfördernden Aspekten beinhaltet – heutzutage ja ein sehr wichtiger Punkt. Durch neue Ansätze in den vier Schwerpunkten Personalgewinnung, Personalentwicklung, Betriebliches Gesundheitsmanagement und Personalbindung möchten wir ein attraktiver Arbeitgeber für leistungsbereite, motivierte Mitarbeiter sein, nach dem Motto „spring mit auf und verwirkliche dich in einem dynamischen Umfeld“.

 

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job am besten?

Das Themenfeld Messe macht mir vor allem deshalb großen Spaß, weil nie Routine und Langeweile aufkommt. Jede Veranstaltung ist neu und anders. Die Herausforderungen in dem Arbeitsfeld sind vielfältig und man hat ständig mit Menschen zu tun – Kommunikation ist das A und O im Messegeschäft. Toll finde ich auch die Möglichkeit, dass es so viele Entwicklungsmöglichkeiten für unsere Firma gibt, die ich mit gestalten kann.


Welche Highlights gab es in den letzten Monaten? An was erinnern Sie sich besonders gern zurück?

Gerade komme ich von der CeBIT, wo wir die Messe job and career ausrichten durften – mit einer schönen Bühne, spannenden Vorträgen, tollen Ausstellern und viel Publikum. Beeindruckt haben mich bisher aber vor allem die Mitarbeiter bei spring. Soeben, pünktlich zum Frühlingsanfang, sind bei uns die „spring Frühlingsgrüße“ erschienen, mit denen wir unseren Geschäftskunden und Partnern eine kleine Freude machen möchten. Diesmal haben 26 Mitarbeiter ihre persönlichen Hotspots in unseren Messeländern beschrieben –  auch für mich eine spannende Lektüre, denn so habe ich einiges  über die spring-Mannschaft erfahren, über ihre persönlichen Werte und Hobbys. In diesem Sinne sind auch die Gespräche mit den neuen Mitarbeitern für mich ein Highlight, mit denen ich nach einigen Wochen mittags essen gehe. Ich lerne die Personen dann von ihrer privaten Seite kennen und bekomme einen Einblick, was sie beschäftigt und wie es ihnen in unserer Firma gefällt. Auch unsere Weihnachtsfeier, bei der wir diesmal auf einem Schiff mit Casino angeheuert haben, war ein tolles Erlebnis.

 

Welche Trends nehmen Sie im Personalmanagement wahr? Welche Rolle spielt die Messe PERSONAL2015 Süd hier?
Derzeit diskutiert die HR-Szene vermehrt über die Digitalisierung der Personalarbeit und Arbeitswelt insgesamt. In diesem Zusammenhang geht es nicht nur um technische Fragen, sondern insbesondere auch darum, wie Personalverantwortliche mit der Beschleunigung Schritt halten und agile Strukturen aufbauen können. Gleichzeitig haben viele Personalentwickler zunehmend die Aufgabe, die Führungs- und Managementqualitäten der Führungskräfte für das digitale Zeitalter zu stärken. Deshalb haben wir auf der PERSONAL Süd, die traditionell vor allem die aktuellen Softwareentwicklungen abbildet, die Themenreihe „HR & IT“ ins Programm genommen. Außerdem wird es erstmals ein eigenes Forum für „Corporate Learning & Working“ geben, mit Informationen rund um arbeitsplatznahes Lernen und die nötige Technik dafür.

 

Eine hohe Arbeitgeberattraktivität ist vor allem für den Mittelstand ein großes Thema. Aufgrund von Digitalisierung und Fachkräftemangel verändern sich jedoch auch die Ansprüche der Mitarbeiter. Sie möchten mehr Freiraum, Partizipation und Gestaltungsmöglichkeiten. Auf dieses Thema zielt die neue Themenreihe „New Work“ auf der PERSONAL2015 Süd ab.

 

Welche Vision verfolgen Sie mit Ihrem Unternehmen? Was liegt Ihnen besonders am Herzen?

Wir möchten unsere Messen zu den wichtigsten Plattformen zur Geschäftsanbahnung machen, auf denen kein relevanter Anbieter der jeweiligen Branche fehlen darf. Außerdem liegt uns die Professionalisierung unserer Besucher am Herzen. So haben wir etwa bei unseren Personalfachmessen die Vision, HR-Fachleuten und Personalentscheidern kompakt und übersichtlich das Know-how zu liefern, das sie brauchen, um sich in Zukunft in ihren Unternehmen noch besser positionieren zu können. Wir sehen uns als Weiterbildungsveranstaltung, Networking-Event und Inspirationsquelle für neue innovative Ideen in der jeweiligen Branche.

 

Haben Sie eine Firmenphilosophie? Welche Werte sind Ihnen wichtig?

Professionalität, Engagement, Loyalität, gegenseitiges Vertrauen. Daraus leiten sich andere Dinge ab wie Fairness und Wertschätzung. Vertrauen heißt, dass man Mitarbeitern mehr Freiheiten gewähren kann, weil man weiß, dass sie das nicht ausnutzen. Mir ist, wie gesagt, ein Gleichgewicht von Geben und Nehmen wichtig. Deshalb lege ich Wert auf Aus- und Weiterbildung. Nur wenn wir gut ausgebildet sind, entwickeln wir die nötige Professionalität, um auf Dauer erfolgreich zu bleiben.

 

Unterstützen Sie mit Ihrem Unternehmen gemeinnützige Projekte?

Anstatt Weihnachtskarten zu versenden, unterstützt spring Messe Management eine gemeinnützige Organisation mit einer Geldspende. Diese ging 2014 an den Sport- und Musikverein Heartliner, der bei einer verheerenden Gasexplosion im Oktober 2014 in Ludwigshafen sein Vereinshaus verlor.

 

Das Messegeschäft ist anspruchsvoll. Gesunde Führung ist ein wichtiges Instrument um Stress bei Mitarbeitern zu reduzieren. Was bieten Sie Ihren Mitarbeitern und Führungskräften in diesem Bereich an?

Wir haben ein flexibles Arbeitszeitmodell, das den Mitarbeitern Freiraum bei der Arbeitseinteilung einräumt. Einer ist Frühaufsteher, kommt früher und geht früher, der andere schläft gerne etwas länger und arbeitet dafür in den Abend hinein. Ein anderer Ansatz besteht darin, dass wir uns häufig informell austauschen. Wir laden etwa alle zum Communication Lunch oder gehen gemeinsam zu After Work Partys. Das ist in gewisser Weise auch Stressabbau, denn Stress entsteht häufig in unbewältigter Arbeit oder in Konflikten. Dadurch, dass die Mitarbeiter ständig erfahren, wohin die Reise im Business gerade geht, können sie sich gut auf die Erwartungen einstellen.

 

Haben Sie Maßnahmen im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement?

Wir haben bereits einzelne Maßnahmen wie Tickets für ein Fitness-Studio oder die wöchentliche Belieferung mit kostenfreiem Obst für die Mitarbeiter. Wir möchten hier aber noch mehr machen und planen aktuell eine BGM-Umfrage, um zu schauen, wie wir uns bei dem Thema noch besser aufstellen können.

 

Wie gehen Sie persönlich mit Stress um bzw. was machen Sie dagegen?

Ich habe drei kleine Kinder, das ist Stressabbau pur. In der Regel achte ich darauf, dass ich Sport treibe, laufe oder Tennis spiele. Das ist ein guter Ausgleich für mich. Ich versuche meine Zeit so zu planen, dass ich genug Puffer habe, um alles tagsüber abzuarbeiten. Abends schreibe ich mir auf, was am nächsten Tag ansteht. Dadurch kann ich meine Arbeit abhaken und nehme nicht noch unbewältigte Dinge in mein Privatleben mit. Die Wochenenden versuche ich weitgehend firmenfrei zu halten. Das klappt natürlich nicht immer, aber ich arbeite daran.

 

Wenn Sie auf einer einsamen Insel stranden würden: Welche Dinge würden Sie gern dabei haben und warum?

Meine Frau und meine Kinder, das reicht mir zum Glücklichsein.

 

Wenn Sie einen Tag Ihren Job tauschen könnten. Mit wem im Unternehmen würden Sie gerne einmal für einen Tag tauschen und warum?

Ich wäre liebend gern einmal als Undercover bei uns im Unternehmen unterwegs. Ich würde mit jedem einmal tauschen – vom Praktikanten bis zur Abteilungsleitung, weil ich jeden Job spannend finde und jede Tätigkeit ihre eigene Herausforderung hat. Bei uns gibt es keine Standardjobs. Diesen Perspektivwechsel, den ich bei uns im Unternehmen nicht wirklich machen kann, versuche ich durch die vielen Gespräche mit den Mitarbeitern zu erreichen. Nur wenn ich deren Anliegen kenne, kann ich dazu beitragen, dass jeder seine Individualität und Kreativität  maximal einsetzen kann. 

 

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