Dr. Feiges Personaltipp

18.12.2014

Dr. Feiges Personaltipp

 

Heute: Walk the talk – Was man verspricht, muss man auch halten


Jährliche Gehaltssteigerungen, Work-Life-Balance, Vertrauensarbeitszeit: Personalmanager lassen sich viel einfallen, um die besten Fachkräfte anzulocken. Doch manches Versprechen lässt sich nicht so einfach umsetzen. Das kann fatale Folgen haben.

 

 

Sehr viele Unternehmen stecken heute einen erheblichen zeitlichen, finanziellen und personellen Aufwand in das Personalmarketing. Gibt man bei Google die Keywords innovatives Personalmarketing ein, erhält man rund 185.000 Treffer. Employer Branding ist das Thema der Stunde in der Personalpolitik.

 

Und das zu Recht! In Zeiten des in manchen Branchen immer stärker werdenden Fach- und Führungskräftemangels bleibt vielen Unternehmen gar keine andere Wahl. Sie müssen strategisch ans Personalmarketing herangehen.

Im Internet, auf Job-Messen und in Print-Medien überbieten sich die Arbeitgeber dann mit schönen Versprechen. Es gibt kaum eine Idee, die nicht in irgendeiner Form schon Umsetzung gefunden hat - oft stellen die Unternehmen ihre Leistungen und Angebote als einzigartig dar. Im Kampf um Fachkräfte werden viele Personalabteilungen ganz besonders kreativ.

 

Aber Vorsicht: Was man sagt, muss man auch halten. Die Amerikaner haben dafür eine schöne Redewendung: „Walk the talk". Heißt: Man soll stets das tun, was man predigt. Und noch konkreter: Es darf keine Diskrepanz geben zwischen dem, was die Unternehmensführung bzw. Personalabteilung als Arbeitgeber-Image propagiert - und dem, was tatsächlich im Arbeitsalltag gelebt wird.

 

Das klingt zwar logisch, aber dennoch beobachte ich in der Realität immer wieder eine Schere zwischen deklarierter Unternehmenskultur und der Praxis. Gerade hier liegt dann eine "Sollbruchstelle" in der Wirkung der Personalmarketingstrategie. Denn alles, was man nicht halten kann, zahlt negativ auf die Arbeitgeberattraktivität ein. Deshalb rate ich Personalern immer: Legen Sie alle Aussagen des Personalmarketings einer ausgewählten, durchmischten Gruppe von Mitarbeitern und Führungskräften vor. Holen Sie ein offenes Feedback ein. Nicht selten erhalten Sie dann sogar zusätzlichen Input für die weitere Aufwertung der Marke. Und gehen Sie erst dann damit nach außen.

 

Denn eine Aussage, die nicht gelebt wird, wirkt erstens nach innen (auf die derzeitigen Mitarbeiter) negativ, und zweitens auch nach außen. Spätestens, wenn ein neuer Mitarbeiter eingestellt wird und den Arbeitsalltag in der Firma kennenlernt, merkt er, dass alles nur ein schöner Schein war. Das zerstört Vertrauen. Nichts ist so frustrierend wie enttäuschte Erwartungen. Im schlimmsten Fall folgt wenige Wochen später die Kündigung.

 

Die Arbeitgeberattraktivität leidet! Das ist der Grund, warum das Benchmarking TOP JOB die sogenannte "erlebte" Arbeitgeberattraktivität prüft. Hier werden die Angaben der Personalabteilung über eingesetzte Methoden und Instrumente der Personalführung den Aussagen der Mitarbeiter über die Zufriedenheit mit dem Arbeitsumfeld gegenübergestellt. Erst dann kann man genau sagen, wie die Realität aussieht und wo Handlungsbedarf ist.

 

 

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Der Personalexperte Dr. Wolfgang Feige von compamedia unterstützt TOP JOB-Unternehmen bei der Auswertung ihrer Benchmarkingberichte und gibt Antworten auf alle Fragen rund ums Personalmanagement. Und das auch jeden Monat im compamedia-„Spickzettel".