Sprechen Sie Chef?

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18.12.2014

Sprechen Sie Chef?

 

Irgendwie läuft es zwischen dem Chef und dem Projektleiter nicht so richtig rund. Vielleicht ja deshalb, weil hier sehr unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen. Denn der eine regt sich ständig über Kleinigkeiten auf und der andere hält keinen Zeitplan ein. Da ist es hilfreich, wenn man weiß, wie man mit den verschiedenen Typen klarkommt.

 

Typ 1: The one and only

 

So tickt er
"Ich weiß, wie der Hase läuft" - dieser Spruch könnte von diesem Chef-Typen sein. Und selbst, wenn er das so nicht sagt, fliegt ihn dieser Gedanke immer mal wieder an. Kritikfähigkeit gehört nicht zu seinen stärksten Eigenschaften und er tut sich auch sehr schwer damit, einen Fehler zuzugeben.

 

So kommt man mit ihm klar
Dieser Chef-Typ schart gerne Mitarbeiter um sich, die seiner Meinung sind. Wer sich profilieren möchte, sollte sich wohl besser nach einem neuen Chef umschauen. Eine Idee hat dann Aussicht auf Erfolg, wenn sie von ihm selbst stammt. Zudem lässt er sich mit einer hieb- und stichfesten Argumentation überzeugen. Kritik verträgt er dann am besten, wenn er gerade von einer erfolgreichen „Mission" zurückkehrt.


Typ 2: Das Bild hängt schief

 

So tickt er

Ordnungsliebende Chef-Typen lieben die Perfektion und haben immer Recht. Außerdem halten sie lieber am Bewährten fest. Spontanität finden sie eher befremdlich, denn die ist nicht berechen- und nur schwer kontrollierbar. Da jederzeit etwas aus dem Ruder laufen kann, können sie nur schwer entspannen.

 

So kommt man mit ihm klar
Dieser Chef-Typ bestimmt die Regeln. Er braucht verlässliche Mitarbeiter an seiner Seite, die ihm unliebsame Überraschungen vom Leib halten. Dann hat er auch ein offenes Ohr, wenn es um die wirklich wichtigen Dinge geht. Auf keinen Fall sollte man ihn mit kreativen Präsentation quälen, in die er womöglich noch einbezogen wird. Vielmehr ist er ein großer Fan von genauen Ablauf- und Zeitplänen.


Typ 3: Fakten, Fakten, Fakten

 

So tickt er

Was solche Chef-Typen interessiert, sind Fakten und Ergebnisse. Er findet es absolut unverständlich, wenn ein Projekt aus emotionalen Gründen scheitert. Der Vorteil: Er ist objektiv, urteilt immer nach der Sachlage und lässt sich bei seinen Entscheidungen nicht von Gefühlen leiten - auch nicht, wenn es um Probleme mit Mitarbeitern geht.

 

So kommt man mit ihm klar

Small Talk ist bei diesem Chef-Typ nicht angebracht - er kommt gerne schnell auf den Punkt und bleibt dann bei der Sache. Flippige Typen sind nicht so sein Ding und für private Gespräche ist der Kollegenkreis sehr wahrscheinlich besser geeignet.

 


Typ 4: Ich kann so nicht arbeiten

 

So tickt er

Dieser Chef ist ständig auf Achse, eine Idee jagt die nächste und am liebsten präsentiert er das Unternehmen nach außen. Die Rolle als väterlicher Freund oder guter Kumpel ist ihm auf den Leib geschneidert. In schwierigen Zeiten zeigt er aber ganz deutlich, wer hier der Chef ist.


So kommt man mit ihm klar
Etwas anstrengend, aber sehr Erfolg versprechend: Morgens erst mal kurz die Laune testen und dann die weiteren Schritte überlegen. Kritik verpackt man am besten so, dass der Chef denkt, sie kommt aus einer anderen Ecke, also beispielsweise "Die Kunden könnten denken, dass ..." - so kann man berechtigte Bedenken vorbringen, ohne dem Chef zu nahe zu treten.


Typ 5: Wer ist hier eigentlich der Chef?

 

So tickt er

Und dann gibt es noch den Typ Chef, der eher die Harmonie sucht und dem die Entscheidungsfreude etwas abgeht. Manches Mal würde er wohl lieber zum Kollegenkreis gehören, statt an vorderster Front mitzuspielen.

So kommt man mit ihm klar
Dieser Chef braucht Mitarbeiter an seiner Seite, die ihm Sicherheit geben und nach Möglichkeit für alle Probleme eine Lösung parat haben. Sie dürfen ruhig etwas selbstbewusster sein und sollten ein gehöriges Maß an Gelassenheit mitbringen. Dann kann man gemeinsam mit diesem Chef-Typ eine ganze Menge voranbringen.

 

Authentisch bleiben

Der Chef wird sich nicht groß ändern und auch ein Mitarbeiter sollte das nur bis zu einem gewissen Grad tun. Aber manches Mal genügt es schon, den richtigen Zeitpunkt für ein Gespräch abzuwarten, der Idee des Chefs auf jeden Fall erst einmal etwas Positives abzugewinnen oder mit einem genauen Ablauf- und Zeitplan vorstellig zu werden. Letztlich zählt das Ergebnis: Bei sichtbaren Erfolgen und mit guten Argumenten wird sich jeder Vorgesetzte überzeugen lassen. Und falls nicht, gibt es drei Möglichkeiten: Das Beste aus dem Status Quo machen, etwas an der Situation ändern oder das Glück woanders oder mit jemand Anderem suchen.

 

 


Quelle: http://www.berufsstrategie.de/bewerbung-karriere-soft-skills/chef-verhalten.php