Von der Pike auf gelernt

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18.12.2014

Von der Pike auf gelernt

 

Lebenslange Treue zu einem Arbeitgeber gibt es in der heutigen Zeit eher selten.

Die Bitburger Volksbank hingegen bindet schon die Jüngsten frühzeitig ans Unternehmen: Ein umfassendes Talentprogramm wie dort kennt man sonst nur von Nachwuchsschmieden im Sport.

 

 

„Wenn es um Recruiting geht, sollte man nicht nur an Stellenanzeigen denken", sagt Christian Pauly. Für den Personalleiter der Volksbank Bitburg eG ist das Werben um Mitarbeiter vielmehr Teil eines langfristigen Personalentwicklungsprozesses. Und der beginnt schon mit dem Kontakt in der Schule: Das Kreditinstitut besucht Unterrichtsstunden und klärt die Jugendlichen über den richtigen Umgang mit Geld und über Schuldenfallen auf. Mehr noch: Zusammen mit Gymnasien führt das bereits sechs Mal als Top-Arbeitgeber ausgezeichnete Unternehmen so genannte Exzellenzkurse durch. Auf zehn Veranstaltungen pro Jahr erwerben die teilnehmenden Schüler praktische Fertigkeiten für das spätere Berufsleben. Dazu gehört sogar ein Business-Knigge.

 

Ein positiver Nebeneffekt: Die Schüler lernen bei diesen Aktivitäten auch die Volksbank als Arbeitgeber kennen. Und das zahlt sich aus: Während die Branche insgesamt einen Bewerbermangel verzeichnet - „Die Banklehre ist out" titelte schon vor zwei Jahren die WirtschaftsWoche - freuen sich Christian Pauly und Vertriebsleiter Günther Hegner über wachsende Anfragen nach einem Ausbildungsplatz.

 

Diejenigen, die genommen werden, kommen in den Genuss eines für die Betriebsgröße bemerkenswerten Personalentwicklungsprogramms. Aufbauend auf den Azubi-Programmen gibt es im zweiten Schritt eine „Perspektivschmiede" zur Nachwuchsförderung in den Bereichen Führung, Vertrieb und Fachaufgaben. Anschließend erstellen die Personalverantwortlichen einen Entwicklungsplan für jeden einzelnen Mitarbeiter. „Wir arbeiten dabei mit einem ‚Zeitflow', das heißt, wir schauen, mit welchen Maßnahmen und in welchem Zeitrahmen eine bestimmte Qualifikation erreicht werden kann", erläutert Christian Pauly.

 

Daran schließt sich für geeignete Mitarbeiter die Teilnahme an der Führungskräfteentwicklung an, die sowohl aus individuellen, in Bitburg etablierten Elementen besteht als auch aus Programmen der Bundesakademie der Volks- und Raiffeisenbanken. Ein gezielt an erfahrene Mitarbeiter adressiertes Programm heißt „PEPE" (Potenziale entwickeln, Potenziale erhalten).

Das Ergebnis dieser nachhaltigen Personalentwicklungspolitik zeigt sich in einer sehr geringen Fluktuationsrate: „Wenn uns ein Mitarbeiter verlässt, geht er in der Regel entweder in Rente oder in Mutterschutz", ist Günther Hegner stolz.

 

Mitarbeiter geben Input

Bereits sechs Mal hat die Volksbank Bitburg erfolgreich an dem Arbeitgeber-Benchmarking TOP JOB teilgenommen. Die detaillierten Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung und der HR-Analyse werden jeweils in Planungsworkshops mit den Führungskräften besprochen. Daraus leiten die Bitburger Einzelmaßnahmen ab, deren Erfüllung wiederum Teil der Zielvereinbarungen wird. Auch Anregungen für die Weiterentwicklung der verschiedenen Personalinstrumente und die Kommunikation von Angeboten an die Mitarbeiter gewinnen sie regelmäßig aus dem Benchmarking.