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07.05.2012

Zwischen Hochleistung und Erschöpfung

 

„Top Job"-Studie: Viele Mittelständler motivieren ihre Mitarbeiter zu Hochleistungen, ohne einen Burn-out zu riskieren. Aber es gilt, wachsam zu bleiben. Handlungsempfehlungen für Führungskräfte.

 

Überlingen - Burn-out ist kein Massenphänomen im Mittelstand. Viele mittelständische Unternehmen verstehen es sehr gut, ihre Mitarbeiter zu Hochleistungen anzuspornen, ohne einen Burn-out herbeizuführen. Das zeigt eine von compamedia in Auftrag gegebene Studie der Universität St. Gallen. Die Untersuchung belegt allerdings auch, dass durchaus die Gefahr besteht, das sensible Gleichgewicht durch kontinuierlich steigende Leistungserwartungen zu zerstören. Aus motivierten, leistungsbereiten Mitarbeitern könnten Burn-out-Kandidaten werden. Hier sind die Führungskräfte gefragt. Die vollständige Studie mit Handlungsempfehlungen für Führungskräfte gibt es als Download unter www.topjob.de.

 

Für die Studie hat das Institut für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen die Antworten von 14.701 Beschäftigten aus 94 mittelständischen Unternehmen ausgewertet. Die Betriebe hatten ihre Personalarbeit im Rahmen der Arbeitgeber-Zertifizierung „Top Job" auf den Prüfstand gestellt. Das Bemerkenswerte an den Ergebnissen der Studie ist, dass die Risikofaktoren für den individuellen Burn-out bei den Befragten weitgehend gering ausgeprägt sind. Sie fühlen sich weder unter- noch überfordert (87 %) und von ihrer Führungskraft sehr anerkannt (66 %). Sie erleben eine positive Gemeinschaft (97 %), übereinstimmende Wertvorstellungen (97 %) und Gerechtigkeit (75 %).


Über die Hälfte der untersuchten Unternehmen (51 %) befinden sich allerdings als Gesamtorganisation in der Beschleunigungsfalle. Durch stetig steigende Leistungsvorgaben an ihre (noch motivierten) Mitarbeiter, verdichtete Aufgaben, eine Vielzahl von neu lancierten Projekten, verkürzte Innovationszyklen sowie häufig wechselnde Managementlösungen versuchen die Betriebe, dem ständigen Wettbewerbsdruck standzuhalten. Davon betroffen sind zu 77 % die größeren Unternehmen im deutschen Mittelstand (durchschnittlich 1.548 Mitarbeiter), zu 58 % die mittelgroßen Unternehmen (231 Mitarbeiter) und nur zu 33 % die kleineren Unternehmen mit durchschnittlich 53 Mitarbeitern. Auch bei stark zentralisierten Betrieben schnappt die Beschleunigungsfalle eher zu, da die Beschäftigten wenig Handlungsspielraum haben.


In der Beschleunigungsfalle droht die Gefahr, dass die Mitarbeiter und damit das gesamte Unternehmen dauerhaft überlastet werden. Eine lang anhaltende berufliche Beanspruchung und das Fehlen von Wertschätzung, beruflichen Entwicklungsperspektiven, einem adäquaten Gehalt sowie eine negativ wahrgenommene Work-Life-Balance erhöhen das Burn-out-Risiko deutlich.

 

Hier sind die Führungskräfte gefragt, die sowohl sich selbst als auch ihre Mitarbeiter vor dem drohenden Kollaps schützen können. Die Autorinnen der Studie, Prof. Dr. Heike Bruch und Sandra Kowalevski, formulieren elf Handlungsempfehlungen:

 

  • auf die eigene psychische Gesundheit achten
  • sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und an die psychische Gesundheit der Mitarbeiter denken
  • eine Kultur der Achtsamkeit etablieren
  • die Erholungsprozesse der Mitarbeiter unterstützen
  • auf ihre eigene Work-Life-Balance und die ihrer Mitarbeiter achten
  • Frühwarnsysteme für Burn-out und psychische Belastung etablieren (bspw. in Form von Mitarbeitergesprächen oder -befragungen)
  • strategische Ziele klären und kommunizieren, Prioritäten setzen und anleiten, selbst zu priorisieren
  • Mitarbeiter ermuntern, suboptimale Projekte benennen, und diese einstellen
  • auf einen ausgewogenen Wechsel von Hochenergie- und Erholungsphasen achten
  • psychische Gesundheit im Unternehmen messbar machen und die Ergebnisse kommunizieren
  • in die Vermeidung von Burn-out investieren (insbesondere durch die Anpassung der Arbeit an die Fähigkeiten eines Mitarbeiters)


Silke Masurat, Geschäftsführerin der compamedia GmbH und Organisatorin des Benchmarkingprojekts „Top Job", resümiert: „Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen anschaulich, wie schmal der Grat zwischen Hochleistung und Erschöpfung ist. Die Gefahr, Mitarbeiter zu überfrachten und auch sich selbst zu überfordern, ist im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld groß - sie lässt sich aber bannen. Die Handlungsempfehlungen der Autorinnen zeigen Wege aus der Beschleunigungsfalle. Und sie belegen durch ihren Praxisbezug den Mehrwert, den Mittelständler aus der Zusammenarbeit von compamedia und der Universität St. Gallen im gemeinsamen Projekt „Top Job" ziehen."


Über compamedia - den Mentor der besten Mittelständler
Die 1993 gegründete compamedia GmbH organisiert mit ihren Projekten „Top Job", „Top 100" und „Top Consultant" bundesweite Unternehmensvergleiche für Mittelständler, die in den Bereichen Personalmanagement, Innovation und Beratung Hervorragendes leisten. Ferner ist das Unternehmen Initiator von „Ethics in Business", einer Wirtschaftsinitiative für nachhaltiges unternehmerisches Handeln. Bewerbungsschluss für „Top Job" 2013 ist am 25. Mai 2012. Weitere Infos unter www.topjob.de.

 

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