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29.07.2010

Mittelstand lässt Erfahrung kalt

 

Deutsche Unternehmen vernachlässigen ihre älteren Mitarbeiter. Laut einer repräsentativen Studie des Personalberaters Rundstedt wird nicht einmal mehr jeder zehnte Mitarbeiter jenseits der 40 gefördert oder weitergebildet - Tendenz abnehmend. Vor allem in Zeiten des demografischen Wandels ist das fahrlässig. Wie man's besser macht, zeigt die Phoenix Contact GmbH & Co. KG, der Arbeitgeber des Jahres 2008.

 

Die Zahl älterer Mitarbeiter steigt stetig. Schon heute stellen die über 40-Jährigen rund 60 % der Erwerbstätigen. Und durch den demografischen Wandel werden es zukünftig immer mehr. Damit wird es immer essenzieller, speziell diese Gruppe der Arbeitnehmer zu fördern und sie geistig und körperlich fit zu halten.

 

Die wenigsten deutschen Unternehmen tun dies aber: Laut der Rundstedt-Umfrage unter 500 Top-Managern und Führungskräften werden lediglich 8,7 % der Arbeitnehmer über 40 Jahre entsprechend ihrer Potenziale gefördert. Die meisten Programme und Bemühungen konzentrieren sich auf die Gruppe der 20- bis 40-jährigen Mitarbeiter. Zudem finden auch Wissenstransfer-Coachings zum aktiven Austausch zwischen den Generationen quasi nicht statt. Das wertvolle Wissen der erfahrenen Kollegen geht dadurch einfach verloren.

 

Ganz anders bei der Phoenix Contact GmbH & Co. KG aus Blomberg, dem Arbeitgeber des Jahres 2008: Ältere Mitarbeiter werden hier ganz selbstverständlich in die normalen Weiterbildungs- und Fördermaßnahmen einbezogen, die Quote liegt gleichauf mit der anderer Altersgruppen. Beim betrieblichen Gesundheitsmanagement gehen die Verantwortlichen sogar noch einen Schritt weiter. Sie bieten spezielle Programme und Kursangebote auch für alternde und ältere Mitarbeiter an. Dazu gehören beispielsweise Kurse zu gesunder Ernährung wie auch Gewichtsreduktion. Coachings werden ebenfalls groß geschrieben: Experten, die in den Ruhestand gehen, können per Beratervertrag noch eine Zeitlang die Arbeit ihres früheren Teams begleiten, um mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und ihr Fachwissen und ihre Erfahrung weiterzugeben. Und last but not least ist auch die Weiterbildungsbereitschaft in Blomberg enorm, wie der geschäftsführende Gesellschafter selbst beweist: Klaus Eisert hat im Alter von deutlich mehr als 70 Jahren noch English gelernt, um seinen Begrüßungsvortrag zum jährlichen Sales-Kick-off-Meeting auch in England halten zu können. „Das spricht für den Geist in unserem nicht börsennotierten Unternehmen," erläutert Phoenix Contact-Pressesprecherin Angela Josephs.