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Mit Facebook auf Bewerberfang

27.01.2011

Mit Facebook auf Bewerberfang

 

Das erfolgreiche TOP JOB-Unternehmen Phoenix Contact GmbH & Co. KG hat kürzlich eine Karrierepage auf Facebook eingerichtet. Vom Schülerpraktikum bis hin zum dualen Studium: Unter www.facebook.com/PhoenixContactAusbildung informieren die Azubis des Elektrotechnikunternehmens über aktuelle News rund um den Berufseinstieg bei Phoenix Contact. Ein Interview mit Ausbildungsleiter Boris Hagemeier und dem Auszubildenden Alexander Wakup über Nutzen und Erfolg von Online-Kommunikation bei der Personalsuche auf Facebook:

 

Die Auszubildenden selbst hatten die Idee für die Fanpage. Was war der Anstoß mit einer Ausbildungsseite ins Social Web zu gehen?
Alexander Wakup: 2001 erstellten Auszubildende in einem Projekt eine Lernplattform „von Azubis für Azubis aus Lippe". Leider unterstützte die eingesetzte Technologie keine Web-2.0-Techniken, und eine Kommunikation mit Bewerbern oder ehemaligen Schülerpraktikanten war über die Lernplattform nicht möglich. Doch gerade der Austausch mit Schülerinnen und Schülern war uns besonders wichtig. So entstand Mitte 2010 innerhalb unserer Juniorfirma „Junior Business Unit" das Geschäftsfeld „Web Media", zusammen mit der Idee, Facebook für das Ausbildungsmarketing zu nutzen. Ende 2010 haben wir die Facebook-Seiten erstellt. Seitdem übernehmen wir die komplette Pflege. Wir wollen damit insbesondere Erfahrungen im Social Web sammeln.

 

Wie zeitaufwändig ist die Pflege der Seite? Wie selbstständig können die Auszubildenden Inhalte veröffentlichen?
Alexander Wakup: Derzeit besteht das Redaktionsteam unserer „Junior Business Unit" aus sechs Auszubildenden. Jeden Tag ist einer aus diesem Team dafür zuständig, neue Inhalte auf der Facebook-Seite einzustellen, die Seite zu beobachten und Kommentare zu beantworten. Das Redaktionsteam erstellt selbstständig Veröffentlichungspläne und überlegt sich dann, was wann, von wem und wie in Facebook dargestellt werden soll. Das Team recherchiert Beiträge, führt Interviews, erstellt Fotos und Videos. Zwei bis drei Einträge pro Woche veröffentlichen wir auf unserer Facebook-Pinnwand. Wir haben unternehmenseigene Regeln, was den Umgang mit der Thematik „Social Media" angeht. Im Hinblick auf negative Kommentare werden wir zum Beispiel extra vom Senior Manager der „Junior Business Unit" und einer Marketingexpertin gecoacht.

 

Auf was muss man beim Füttern einer solchen Fanpage ganz besonders achten? Gibt es Fallstricke, denen man ausweichen muss?
Alexander Wakup: Grundsätzlich wollen wir ja eine definierte Zielgruppe erreichen. Das heißt, wir müssen uns fragen: Was will der Leser wissen? Phoenix Contact richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die letztlich potenzielle Bewerber sind. Diese Zielgruppe interessiert sich für Einblicke in die eigentliche Ausbildung oder das duale Studium. Die Produkte des Unternehmens sind da erst einmal Nebensache. Je persönlicher die Einblicke sind, desto interessanter sind sie für die Zielgruppe.
Auf Kommentare antworten wir möglichst zeitnah. Dabei ist die Antwort immer konstruktiv und höflich. Gerade auch negativen Kommentaren, wie „Das läuft bei euch bestimmt nicht so ab!", stellen wir uns und laden einfach ein, doch einmal persönlich bei uns vorbeizukommen, um sich ein eigenes Bild zu machen. Wir ändern Kommentare nicht heimlich ab oder löschen sie. Das schreckt ab. Wenn wir in Ausnahmefällen einen Eintrag herausnehmen, erläutern wir, warum. Das ist wichtig, denn nur Transparenz schafft Vertrauen.

 

Ganz konkret: Was bringt eine solche Karriere-Fanpage dem Unternehmen? Wie viele neue Bewerber haben sich dadurch schon gemeldet?
Boris Hagemeier: Durch die Fanpage haben wir als Unternehmen die Möglichkeit, einem großen Publikum Einblicke in die Arbeitsweise bei der Ausbildung zu geben. Und wir kommen mit potenziellen Bewerbern weit vor einer offiziellen Bewerbung in Kontakt. Bisher haben wir etwa 30 Bewerbungen mit konkretem Bezug auf die Facebook-Seite erhalten. Die Seite selbst hat mittlerweile 181 Fans. Das ist beides viel dafür, dass es die Seite erst seit Dezember 2010 gibt. Sicherlich hat unser Aufruf, den wir für „offene Stellen für den Start in 2011" gestartet hatten, dazu beigetragen.


Ist die Personalsuche via Facebook für Sie ein Trend der Zukunft?
Boris Hagemeier: Bewertet man die aktuelle Shell-Studie oder die JIM-Studie (Jugend-Information-Multimedia), so ist das Internet bei der Jugend die Nummer eins in Sachen „Recherche zum Beruf".
Im Ausbildungsmarketing von Phoenix Contact werden diverse Internetdienste, wie zum Beispiel die Internetseite des Unternehmens, die der Agentur für Arbeit und Aubiplus.de miteinander verknüpft. Facebook ist sicherlich ein weiterer guter Kanal, der bei Jugendlichen immer beliebter wird und somit auch für Unternehmen eine interessante Variante darstellt.