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Die Macht der 4E

24.02.2011

Die Macht der 4E

 

Es ist ein offenes Geheimnis: Ein Unternehmenswandel kann Mitarbeiter beunruhigen, vor allem zu Beginn. Dabei sind es gerade die sogenannten „weichen Faktoren" - darunter eben und vor allem das Wollen und die Motivation der Mitarbeiter -, die Wandel erfolgreich machen.

 

Michael Groß, Olympiasieger im Schwimmen und geschäftsführender Gesellschafter einer Beratungsfirma für Unternehmenskommunikation, verrät, wie man Mitarbeiter nachhaltig motiviert und ihre Bereitschaft zu Veränderungsprozessen systematisch erhöht.

 

Den kompletten Beitrag gibt's im aktuellen TOP JOB-Buch - oder direkt hier.

 

Von Michael Groß

 

 

4E sind wichtig, damit Mitarbeiter nachhaltig motiviert sind, anders zu handeln und für das Unternehmen bessere Ergebnisse erzielen: Explore + Envision + Engage + Execute. „Explore" bedeutet, Ziele festlegen und Handlungsfelder aufzeigen, Chancen und Herausforderungen in der Umsetzung identifizieren. „Envision" zeigt über den „Case for Change" die Notwendigkeit für den Wandel auf und schafft Perspektiven für die Zukunft. „Engage" erfolgt mit der „Master Story", die die Strategie und das Gesamtbild der Transformation verdeutlicht, die Aktionsfelder verknüpft und Aktivitäten fokussiert. Und schließlich ist bei „Execute" die Kommunikation mit den operativen Maßnahmen im Change Management zu verbinden.


„Explore" zur Analyse - Schritt für Schritt die Zukunft gestalten

Es gibt keine Zukunft ohne Herkunft. Entscheidend für erfolgreichen Wandel und Motivation ist daher das Wissen über die aktuelle Unternehmenskultur: wie „ticken" die Mitarbeiter und wo können sie „abgeholt" werden? Erst mit diesem Wissen wird es möglich, Mitarbeiter dazu zu führen, nachhaltig anders zu handeln und noch bessere Leistungen zu erzielen.

 

Dazu genügen Statistiken aus Mitarbeiterumfragen alleine nicht: sie spiegeln immer nur ein Meinungsbild, aber nicht die dahinter liegenden Werte und Grundüberzeugungen. Diese sind aber zu verändern, damit eine Transformation nachhaltig positiv wirksam wird. Die so genannte „Cultural Due Diligence" analysiert ganzheitlich die Energiepotenziale von Unternehmen, um die Herausforderungen und Handlungsfelder für den geplanten Wandel zu identifizieren. Diese Analyse ermittelt die tiefer liegenden Dimensionen, wie ein Unternehmen funktioniert - und nicht nur, wie es formal strukturiert ist.

 

In der „Cultural Due Diligence" werden verschiedene Methoden je nach Situation und Bedarf der geplanten Transformation kombiniert, um die Ansätze für erfolgreichen Wandel zu definieren. In kurzer Zeit, meist wenigen Wochen, ergeben sich häufig überraschende, immer sehr hilfreiche Ergebnisse, um die Ziele und Chancen der Transformation mit der bestehenden Kultur zu verbinden und dadurch auch die Kultur weiterzuentwickeln.

 

„Envision" zur Überzeugung - jeder Wandel braucht gute Gründe

Auf Basis der Analyse wird der „Case for Change" entwickelt: warum ist der Wandel notwendig? Welche Chancen bieten sich für das Unternehmen - im Markt und Wettbewerb, durch die technische Entwicklung oder den Bedarf von Kunden? Dadurch werden Unternehmensziele für Mitarbeiter nachvollziehbar.

 

Der „Case for Change" holt auch Zweifler und Zögerer ab, gibt ihnen die Möglichkeit, die eigene Position und gelernte Traditionen zu überdenken. Zwar wird erfolgreiches Change Management & Communication nie 100 Prozent aller Mitarbeiter zu 100 Prozent überzeugen. Vielmehr gelingt es, die meist schweigende Mehrheit über Meinungsführer positiv zu mobilisieren und den Einfluss der notorischen Verweigerer erfolgsrelevant zu reduzieren.


„Engage" zur Mobilisierung - Master Story fokussiert Erfolgsfaktoren

Die Master Story schafft einen Gesamtentwurf für das Change Management, gegebenenfalls in Verbindung mit einem Unternehmensleitbild. Die Aktionsfelder werden verknüpft und die Aktivitäten fokussiert, um die Geschäftsstrategie umzusetzen. Jederzeit kann jede Handlung überprüft werden, ob sie zum Erfolg des Unternehmens beiträgt. Die Master Story ist quasi das inhaltliche Manifest einer Transformation, das allen Mitarbeitern zugänglich und verständlich sein sollte.

 

Die Master Story sollte aber nicht allein aus Powerpoint Charts bestehen, vielmehr auch in emotionale Bilder übersetzt werden. Dadurch kann vom „Story Telling" der Aufgaben ohne Umwege zum „Story Making" der Transformation übergegangen werden. Aus dem Kompetenzprofil werden konkrete Aufgaben abgeleitet - und beispielhaft dargestellt. Führungskräfte sollten beim „Story Telling" intensiv unterstützt werden, damit sie mit den Mitarbeitern die Transformation operativ zum Leben erwecken.

 

„Execute" zur Aktivierung - zum richtigen Zeitpunkt das Richtige tun

Die Kommunikation wird natürlich eng mit den operativen Transformationsmaßnahmen verknüpft. Sie sind Inhalt jeder Kommunikation, die immer aufrichtig und klar sein sollte - gerade wenn etwas nicht entschieden ist, was im Wandel alltäglich ist. Sonst verbreiten sich Gerüchte im Flurfunk rasant, weil Mitarbeiter ein Informationsvakuum einfach füllen müssen, um ihrer Unsicherheit zu begegnen.

 

Motiviert sein, anders zu handeln, wird mit den 4E zur Grundeinstellung. Nachhaltige Change Communication fördert nicht nur heute Leistungen. Vielmehr lässt sie eine Unternehmenskultur entstehen, in der Mitarbeiter neue Herausforderungen offensiv annehmen. In einer lernenden Organisation wird die Energie und Kompetenz in Unternehmen immer wieder neu produktiv mobilisiert. Die Fähigkeit dazu schaffen die 4E, die zugleich kurzfristig aktivieren und langfristig die Wandlungsfähigkeit erhöhen. Dann dürfte es an Motivation nicht mehr mangeln.