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Dr. Feiges Personaltipp: K x S x K x W x D = E

01.09.2011

Dr. Feiges Personaltipp: K x S x K x W x D = E

 

Heute: Die Erfolgsformel für Veränderungsprozesse. Seit Anfang 2011 arbeitet der Personalexperte Dr. Wolfgang Feige exklusiv für compamedia. Er unterstützt die TOP JOB-Unternehmen bei der Auswertung ihrer Benchmarkingberichte und gibt Tipps zu allen Fragen rund um's Personalmanagement. Und das auch jeden Monat im compamedia-„Spickzettel".

 

 

Im Juli schrieb ich darüber, was man beachten muss, wenn man Veränderungen erfolgreich anstoßen möchte (Zur Erinnerung: U x V x S > K). Heute will ich einen Tipp dazu geben, wie man verhindern kann, dass wesentliche Punkte bei der Durchführung und beim Einbinden der Betroffenen vergessen werden. Viele Manager wissen aus Führungstrainings oder Büchern sehr gut, was mit den Schlagworten „Kennen", „Können" und „Wollen" bei der Mitarbeitermotivation gemeint ist: Die Kollegen müssen wissen, worum es geht, müssen fähig sein, eine Veränderung mitzumachen, und vor allem müssen sie es wollen. Meiner Meinung nach fehlt da aber noch etwas: das „Sollen" und das „Dürfen". Das hört sich vielleicht etwas befremdlich an, ist aber eine wertvolle Richtschnur dafür, wie man einen Projektprozess möglichst optimal aufbaut und absichert.

 

KENNEN
Zuerst muss ich die Frage stellen: KENNEN alle betroffenen Mitarbeiter bzw. Projektbeteiligten alle relevanten Informationen? Beziehungsweise: Wie schaffe ich es, dass dieses Ziel erreicht wird? Kommunikation ist hier das Zauberwort.

 

SOLLEN
Die zweite Frage muss lauten: Woher wissen die Mitarbeiter oder Projektbeteiligten, was sie tun SOLLEN? In der Regel erreiche ich das dadurch, dass ich ein Tool , eine Checkliste oder ein System erarbeite, das allen Beteiligten klar macht, dass es mir ernst ist mit meinem Anliegen. Beispiel: Ich beschließe nicht einfach nur, dass Führungskräfte jährliche Mitarbeitergespräche führen sollen, sondern ich entwickle direkt ein System (Protokollbogen, Beurteilungskriterien, ...). Wichtig ist in diesem Zusammenhang übrigens zu untersuchen, ob es alte Tools oder Systeme in Ihrem Unternehmen gibt, die den neuen eventuell widersprechen. Das wäre kontraproduktiv, denn so erhält der Mitarbeiter zweideutige Signale.

 

KÖNNEN
Ist das SOLLEN klar, muss sichergestellt werden, dass alle beteiligten Personen die entsprechenden Qualifikationen haben, um tatsächlich tun zu KÖNNEN, was sie tun sollen. Fragen Sie sich daher: Wer braucht Unterstützung? Wer muss eventuell qualifiziert werden?

 

WOLLEN
Und immer noch läuft nichts. Denn wichtig ist auch, dass die Betroffenen motiviert sind, die Veränderung mitzugehen. Hier ist die Antwort auf die Frage entscheidend: Warum sollten meine Mitarbeiter mitmachen wollen? Sprich: Sie müssen den richtigen Anreiz finden. Das muss nicht immer Geld sein. Oft sind es Dinge wie das Einbeziehen der betroffenen Personen in die Analyse des Problems oder das Entwickeln von Zielen und Maßnahmen. Wertschätzung ist hier das wichtigste Antriebsmittel.

 

DÜRFEN
Alles bisher Erarbeitete verpufft, wenn die betroffenen Personen das neue System nicht anwenden, die Veränderung nicht in die Tat umsetzen DÜRFEN. Das heißt, Sie brauchen noch eine klare und nachhaltige Führungshandlung. Fragen Sie sich daher: Wodurch wird den Mitarbeitern klar, dass die Führung wirklich hinter der Veränderung oder dem neue Tool oder dem neuen System steht und es als positiv ansieht, wenn sie mitmachen? Gerade in diesem letzten Punkt besteht oft eine unbewusste Bremse in Veränderungsprozessen.

 

Veränderungsprozesse und überhaupt die Durchführung eines jeden Projekts klappt nur dann, wenn Sie auf alle 5 Fragen eine Antwort gefunden habe. Fehlt nur eine Antwort, ist der Erfolg reiner Zufall. Die Formel für Erfolg (E) lautet also: K x S x K x W x D = E.