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Dr. Feiges Personaltipp: Interne Überzeugungsarbeit

27.10.2011

Dr. Feiges Personaltipp: Interne Überzeugungsarbeit

 

Heute: Unternehmensethik - wie glaubt mir mein Mitarbeiter, dass ich es ernst meine?


Seit Anfang 2011 arbeitet der Personalexperte Dr. Wolfgang Feige exklusiv für compamedia. Er unterstützt die TOP JOB-Unternehmen bei der Auswertung ihrer Benchmarkingberichte und gibt Tipps zu allen Fragen rund ums Personalmanagement. Und das auch jeden Monat im compamedia-„Spickzettel".

 

Viele Unternehmen haben eine Unternehmenskultur oder auch Unternehmensleitbilder entwickelt. Oft sind diese bereits an der Pforte erkennbar: z. B. auf großen Plakaten. Sie sollen die Mitarbeiter und auch alle anderen Stakeholder bereits beim Betreten des Geländes daran erinnern, welcher „Wertekanon" hier gilt. Leider stimmt dieser viel zu oft nicht mit dem täglichen Tun überein: Die postulierten Werte finden sich in den Handlungen, Tools und Systemen des Unternehmens nicht wieder. Was ist dann zu tun?

 

Unternehmenskultur und Leitbilder sind strategische Themen. Deshalb müssen sie auch strategisch aufgesetzt werden und dürfen kein „operativer Schnellschuss" sein - womöglich noch von einer einzelnen Person. Um von der strategischen Verankerung zur operativen, nachhaltigen Umsetzung zu kommen, sollten Sie daher vier Fragen beantworten: 1. Wer oder was bin ich bzw. will ich sein? 2. Was trage ich dazu bei, so zu sein oder zu werden? 3. Worauf fokussiere ich mich dabei? und 4. Wie handle ich?

 

Mein Tipp: Schreiben Sie diese vier Fragen auf. Schauen Sie, ob Sie zu jeder Frage etwas schreiben können. Und - das ist ganz wichtig -, dass das Geschriebene zusammenpasst.

 

Hier ein kurzes Beispiel: Wenn Sie ein fairer Arbeitgeber sein wollen (Frage 1), so könnte bei der zweiten Frage (Was trage ich dazu bei?) stehen, dass Sie die Work-Life-Balance fördern. Bei der dritten Frage (Worauf fokussiere ich mich?) könnte stehen, dass Sie dafür Sorge tragen, dass kein Mitarbeiter Urlaubstage aufs nächste Jahr überträgt oder, dass Sie auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Arbeitszeit achten. Bei der vierten Frage schließlich (Wie handle ich?) könnte stehen, dass Sie ein Quartalsmonitoring der Urlaubsstände oder der Überstundenstände durch die Vorgesetzten haben.

 

Wichtig ist das, was beim Mitarbeiter ankommt
Achten Sie bei der Umsetzung Ihres Wertekanons darauf, dass eine transparente Ableitung vom „großen Wort" bis hin zur sichtbaren Handlung erfolgt. Oft stehen in Leitbildern beispielsweise Begriffe wie „Vertrauen" oder „Offenheit". Aber: Ist Ihr Unternehmen tatsächlich so aufgestellt, dass Ihre Mitarbeiter diese Werte auch erkennen und erleben können? Kurz: Passt das Erleben ihrer Belegschaft zu Ihren Werten? Zwei Vorschläge, wie Sie das herausfinden:

  • Überprüfen Sie, ob es Systeme, Tools, Checklisten usw. gibt, die Ihre Unternehmenswerte unterstützen. Und prüfen Sie natürlich ebenso kritisch, ob es vielleicht Systeme und Tools gibt, die den Werten widersprechen. Schaffen Sie diese ab oder verändern Sie sie.
  • Es kann durchaus sinnvoll sein, Mitarbeiterbefragungen zur offenen Kontrolle durchzuführen und die Ergebnisse mit den Mitarbeitern zu bearbeiten. So entstehen Transparenz, Verständnis, Bewusstmachung - und letztendlich Vertrauen.

 

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