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Dr. Feiges Personaltipp: Ideen reloaded

21.03.2012

Dr. Feiges Personaltipp: Ideen reloaded

 

Heute: So halten Sie den Ideenfluss Ihrer Mitarbeiter in Gang


Seit Anfang 2011 arbeitet der Personalexperte Dr. Wolfgang Feige exklusiv für compamedia. Er unterstützt die TOP JOB-Unternehmen bei der Auswertung ihrer Benchmarkingberichte und gibt Tipps zu allen Fragen rund ums Personalmanagement. Und das auch jeden Monat im compamedia-„Spickzettel".

 

 

Im vergangenen Monat schrieb ich ganz generell zur Förderung des unternehmerischen Denkens und der Kreativität von Mitarbeitern. In vielen Unternehmen gibt es hierzu ein formalisiertes Ideenmanagementsystem (IDM). Ein solches System ist aber leider viel zu oft wirkungslos - und manchmal sogar kontraproduktiv. Warum?

 

Zur Beantwortung dieser Frage ein Beispiel: Ein Mitarbeiter reicht einen Vorschlag ein. Dieser liegt über Monate hinweg in einer Begutachterkommission oder beim Vorgesetzten. Schließlich wird der Vorschlag bearbeitet, vielleicht sogar prämiert - aber nie realisiert. Es ist wenig überraschend, dass ein solches Vorgehen die Kollegen nicht gerade zu weiteren Denkanstrengungen motiviert. Im Gegenteil: Es frustriert.

 

Mitarbeiter reagieren auf Wertschätzung. Das bedeutet: Mitarbeiterideen müssen schnellstmöglich entweder angenommen und verwirklicht, oder klar und gut begründet abgelehnt werden. Gerade Schnelligkeit und Transparenz lassen sich in komplexen, bürokratisierten IDM-Systemen aber nur schwer realisieren.

 

Die Güte des IDM lässt sich an drei Kennzahlen ablesen: 1. Einreichungsquote, 2. Annahmequote und 3. Realisierungsquote. Ist eine dieser Quoten niedrig, sollten Sie das gesamte System unbedingt überdenken.

 

Hier einige Ideen, wie Sie Ihr Ideenmanagementsystem revitalisieren:

  • Entwickeln Sie quartalsweise Spezialthemen für einzureichende Vorschläge. Rufen Sie beispielsweise das „Quartal der Vorschläge zur Arbeitssicherheit" aus. So werden die Mitarbeiter immer wieder neu zum Nach- und Mitdenken angeregt. Zudem werden die Vorschläge schnell bearbeitet, da im 3. Quartal nicht die Vorschläge zum Aktionsthema des 1. Quartals prämiert werden können. Sonst entsteht ein heilloses Themendurcheinander!
  • Lassen Sie Vorschläge direkt über den Vorgesetzten laufen. Er oder sie kann dem Mitarbeiter so bei der Formulierung und Fokussierung der Vorschläge helfen. Sie werden zur „gemeinsamen" Sache, was die Realisierungswahrscheinlichkeit erhöht.
  • Geben Sie dem Vorgesetzten ein kleines Budget für Verbesserungsvorschläge. Er oder sie kann so gute kleinere Vorschläge sofort und unbürokratisch prämieren. Größere und bereichsübergreifende Vorschläge gehen selbstverständlich weiter über eine Prämierungskommission.
  • Wenn Vorschläge prämiert werden, verbinden Sie die Prämierungskriterien mit Ihren Unternehmenszielen. So wird Ihren Mitarbeitern sofort klar, dass und wie sie mit ihren Vorschlägen die Erreichung der Unternehmensziele fördern und damit auch das Unternehmen weiterbringen.