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Dr. Feiges Personaltipp: Das Leben in Balance

28.06.2012

Dr. Feiges Personaltipp: Das Leben in Balance

 

Heute: Work-Life-Balance und Familienorientierung


Familienorientierung und Work-Life-Balance sind derzeit ganz große Themen im Personalmanagement. Immer wieder werde ich von Unternehmern und Personalverantwortlichen gefragt: „Was könnten - und was sollten - wir tun?" Die Antwort ist, wie so oft, recht einfach.

 

 

Zunächst einmal: Wer bei sich und seinen Mitarbeitern auf das richtige Verhältnis von Beruf und Privatleben achtet, hier also eine Balance schafft, hat schon den ersten Schritt in Richtung Familienorientierung getan. Deshalb also zunächst ein paar Worte zur Work-Life-Balance. Hierzu gehören beispielsweise

  • klare Regelungen, wie viele Überstunden akzeptiert werden,
  • Ausgleichsregelungen für Überstunden,
  • vorausschauende Kapazitäts- und Personaleinsatzplanung,
  • kein umfangreiches Übertragen von Urlaubstagen,
  • Angebote von Selbstmanagementtrainings,
  • Angebote von mentalen und körperlichen Entspannungskursen und
  • Angebote oder Förderung von Sportprogrammen.

 

Wie Sie sehen, sind solche Maßnahmen gar nicht so schwer zu realisieren. Natürlich dürfen Ihre Vorstellungen von Work-Life-Balance nicht dazu führen, dass nicht auch mal für eine bestimmte Zeit eine höhere Leistung erbracht werden könnte oder dass mit der Work-Life-Balance jegliche Flexibilität verloren geht. Im Gegenteil: Wenn Sie es richtig anpacken, profitieren sowohl Sie als auch Ihre Mitarbeiter von einer höheren Flexibilität.

Wichtig ist auch: Nur wer ein ausgewogenes Verhältnis von Beruf und Privatleben hat, kann in beiden Lebensbereichen leistungsfähig und produktiv sein. Bei meinen Führungscoachings erlebe ich leider allzu oft das Gegenteil: Bei Führungskräften hat sich die persönliche Balance sehr stark zu ungunsten des Privatlebens verschoben. Dadurch sind sie unproduktiv oder, im schlimmsten Fall, sogar kontraproduktiv. Sorgen Sie also für eine Work-Life-Balance in Ihrem Unternehmen! Damit helfen Sie Ihren Kollegen, Ihrer Firma und sogar der Gesellschaft. Denn auf diese Weise bleibt die Produktivität erhalten und hohen Gesundheitskosten wird zudem aktiv vorgebeugt.

 

Von der Work-Life-Balance zur Familienorientierung
Familienorientierung geht noch einen Schritt weiter. Im Folgenden skizziere ich einige mögliche Maßnahmen.

  • Angebot von Teilzeitarbeitsplätzen (in allen Variationen)
  • Angebot von Homeoffice-Plätzen oder Homeoffice-Tagen
  • fakultative Angebote in der Elternzeit zum Lernen und Am-Ball-bleiben
  • gleichberechtigte Förderung und Beförderung von Mitarbeitern unabhängig vom Geschlecht
  • Betreuungsmöglichkeiten für Kinder (ggf. auch nur zeitweise durch das Vorhalten eines Betreuungsraums oder das kurzfristige Einrichten von flexiblen Arbeitszeiten)
  • Unterstützung bei der Organisation der Betreuung von Familienangehörigen

 

Das Ziel der Familienorientierung ist es, Familie und Beruf in Einklang zu bringen. Allerdings sollte man nicht nur generelle Maßnahmen einführen, sondern auch so flexibel sein, dass unvorhergesehene Situationen (krankes Kind, Schulausfall, kranker Familienangehöriger) abgefangen werden können.

 

Work-Life-Balance und Familienorientierung sind Forderungen der modernen Wirtschaftsgesellschaft. An ihnen kommen Sie nicht vorbei. Welche Maßnahmen Sie schlussendlich ergreifen und realisieren, bleibt Ihnen überlassen. Berücksichtigen Sie bei Ihren Entscheidungen aber auf jeden Fall Ihre spezielle Situation (Unternehmensgröße, Branche, Mitarbeitergruppen, Fachkräftemangel, Altersstruktur, ...), die organisatorische Reife Ihres Unternehmens und - ganz wichtig - die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter. Beispielsweise bringt der Bau einer Kita nur dann etwas, wenn Ihre Mitarbeiter auch eine benötigen. Ansonsten wäre das eine reine Geldverschwendung.

 

Sie haben selbst eine Frage an Dr. Feige? Dann her damit!


Seit Anfang 2011 arbeitet der Personalexperte Dr. Wolfgang Feige exklusiv für compamedia. Er unterstützt die TOP JOB-Unternehmen bei der Auswertung ihrer Benchmarkingberichte und gibt Tipps zu allen Fragen rund ums Personalmanagement. Und das auch jeden Monat im compamedia-„Spickzettel".