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Dr. Feiges Personaltipp: Deutschland steht Kopf

25.07.2012

Dr. Feiges Personaltipp: Deutschland steht Kopf

 

Heute: Die demografische Herausforderung


Die deutsche Bevölkerung stellt sich auf den Kopf: Immer weniger junge Menschen und immer mehr, immer ältere Senioren kehren unsere Alterspyramide um. Das heißt: Jahr für Jahr treten weniger Menschen ins Berufsleben ein, und die Berufstätigen bleiben ihrem Arbeitgeber immer länger erhalten. Eine echte Herausforderung für modernes Personalmanagement.

 

Hier einige Maßnahmen, mit denen Sie Ihren Bedarf an qualifizierten Fachkräften auch unter diesen Rahmenbedingungen gut decken können:

 

  • Stellen Sie bewusst ältere, erfahrene Personen ein.
  • Entwickeln Sie kreative Ideen zur Förderung älterer Mitarbeiter.
  • Versetzen Sie Ältere an Arbeitsplätze, die ihrem Leistungsniveau entsprechen.
  • Schaffen Sie Laufbahnen für ältere Beschäftigte.
  • Integrieren Sie ältere Personen in Ihre Weiterbildungsplanung. Beachten Sie dabei, dass sie anders lernen (angeborene vs. erworbene Intelligenz).
  • Entwickeln Sie Programme zur Erfahrungsweitergabe (Patenprogramme, Mentorenprogramme, ...)
  • Bieten Sie Programme zur mentalen und körperlichen Gesundheit an.
  • Erarbeiten Sie Programme zum fließenden Übergang in den Ruhestand.
  • Stellen Sie junge Personen ein - und bilden Sie sie gut aus.
  • Stellen Sie bewusst auch Frauen ein - und fördern Sie sie.
  • Stellen Sie bewusst auch Personen aus dem Ausland ein - und fördern Sie sie.

 

Die demografische Entwicklung fordert von der Gesellschaft, den Unternehmen und auch von jedem Einzelnen ein Umdenken und ein Suchen nach neuen Lösungen. Wichtig ist dabei, dass keine Lösung zu Lasten nur einer Generation gehen darf. Außerdem müssen die Lösungen nachhaltig sein.

 

Viele Unternehmen, so meine Beobachtung, sind sich dieser Herausforderung noch gar nicht bewusst. Sie unterschätzen den drohenden Fachkräftemangel oder ignorieren ihn sogar. Die Konzeption und Implementierung von Programmen auf diesem Gebiet braucht jedoch Zeit. Und bis die eingeführten Programme endlich wirken, dauert es noch einmal. Deshalb ist es notwendig, nicht nur eine Alterspyramide für den eigenen Betrieb zu erstellen - was heute Usus ist. Vielmehr müssen daraus auch die richtigen Schlüsse gezogen werden und es muss entsprechend gehandelt werden.

 

Sind Ihre Führungskräfte sensibilisiert?
Stellen Sie sich folgende Fragen: Sind Ihre Führungskräfte genügend für dieses Thema sensibilisiert? Fragen Sie sie doch einmal, ob sie wissen, wie viele ihrer Mitarbeiter über 50 Jahre alt sind. Oder ob sie wissen, wie viele der über 50-Jährigen sie im vergangenen Jahr zu einer Schulung oder Weiterbildung geschickt haben - und wie viele der Jüngeren. Fragen Sie sie, wie viele ihrer erfahrenen Mitarbeiter sie bewusst als Mentor oder Pate für jüngere Mitarbeiter eingesetzt haben. Oder wie hoch der Krankenstand der älteren Mitarbeiter im Vergleich zu dem der jüngeren Mitarbeitern ist. Sie - wie auch Ihre Führungskräfte - werden sehr erstaunt sein.

 

Nachfragen ist eine sehr gute und einfache Art, das Thema „vor Ort" auf den Tisch zu bringen. Denn: Wenn es dort nicht verankert ist, wird auch nichts passieren.

 

Sie haben selbst eine Frage an Dr. Feige? Dann her damit!


Seit Anfang 2011 arbeitet der Personalexperte Dr. Wolfgang Feige exklusiv für compamedia. Er unterstützt die TOP JOB-Unternehmen bei der Auswertung ihrer Benchmarkingberichte und gibt Tipps zu allen Fragen rund ums Personalmanagement. Und das auch jeden Monat im compamedia-„Spickzettel".