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Dr. Feiges Personaltipp: Führungskräfte an die Hand nehmen

30.08.2012

Dr. Feiges Personaltipp: Führungskräfte an die Hand nehmen

 

Heute: Die drei Methoden der Qualifizierung von Führungskräften


Führungstraining, Coaching und Mentoring sind Formen der Qualifizierung von Führungskräften. Doch wann wählt man welche Form? Wann kann oder soll man verschiedene Formen kombinieren? Dr. Feige grenzt die drei Methoden voneinander ab und erleichtert so die Entscheidung.

 

 

Führungstraining behandelt in der Regel viele Führungsthemen und -theorien. Hier geht es um die Rolle der Führungskraft, um Führungsstile, um Zielsetzung, Delegation und Kontrolle sowie um Gesprächsführung in verschiedenen Führungssituationen. Führungstrainings sind als Grundlage sehr geeignet, da sie einen guten Überblick geben. Sie fördern die Reflektion der Führungskräfte und des Führungsnachwuchses und erweitern ihr führungsrelevantes Verhaltensrepertoire. Je kürzer Führungskurse angesetzt werden, desto eher sollte man einen Basis- und einen Aufbaukurs kombinieren. In Führungskursen kann jedoch nicht auf die einzelne Führungskraft und ihre individuellen Probleme eingegangen werden, da alle Teilnehmer auf gleiche Weise geschult werden.

 

Coaching ist das Gegenteil von Führungstraining. Hier geht es um die einzelne Führungskraft und ihre individuellen Probleme und Fragen. Coaching sollte Hilfe zur Selbsthilfe sein. Ein Langzeitcoaching braucht man in der Regel nicht. Ein richtig eingesetztes Kurzzeitcoaching (zum Beispiel vier mal zwei Stunden) gibt genügend Impulse. Im Coaching hinterfragt der Coach die Einstellungen und Verhaltensweisen der Führungskraft. Er diskutiert mit dem Coachee alternative Verhaltensweisen und ihre Wirkung und erweitert somit dessen Verhaltensrepertoire. Coaching ist ein sehr effizienter Ansatz, mit dem es gelingt, spezielle Führungsprobleme in kurzer Zeit individuell zu lösen.

 

Mentoring ist ebenfalls ein individueller Ansatz. Hierbei wird der Führungskraft oder dem Führungsnachwuchs ein Mentor zur Seite gestellt. Dieser braucht im Gegensatz zum Coach kein psychologisches Hintergrundwissen. Die Aufgabe des Mentors ist es, seine Erfahrungen an den Mentee weiterzugeben, damit der daraus lernen kann, und ihm durch das eigene Netzwerk Chancen zu eröffnen: Der Mentor zeigt dem Mentee, wie er selbst seinen Weg gemacht hat. Mentoring ist in Unternehmen ein Weg der internen Qualifikation, das heißt, erfahrene Mitarbeiter oder Führungskräfte mentorieren unerfahrene Personen.

 

Bei akuten Führungsproblemen einer Führungskraft bietet sich ein Coaching an, da so individuelle Probleme schnell und effizient gelöst werden können. Würde die Führungskraft zu einem allgemeinen Führungstraining geschickt, könnte ihr individuelles Problem höchstens zufällig gelöst werden. Mentoring ist hier ebenfalls der falsche Weg.

 

Bei Führungsnachwuchskräften bietet sich eine Kombination aller drei Methoden an: Zunächst ein Führungsbasistraining, bei dem grundsätzliche Führungsthemen behandelt werden. Eine erfahrene interne Führungskraft wird als Mentor eingesetzt. Zur Integration in die Führungsposition oder spätestens bei aktuellen Problemen mit den Mitarbeitern, eignet sich ein individuelles, kurzes Führungscoaching. Gerade bei der Integration in eine Führungsposition ist ein Coaching sehr hilfreich, da oft die ersten Führungsfehler von den Mitarbeitern nur sehr schwer „vergessen" werden.

 

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Seit Anfang 2011 arbeitet der Personalexperte Dr. Wolfgang Feige exklusiv für compamedia. Er unterstützt die TOP JOB-Unternehmen bei der Auswertung ihrer Benchmarkingberichte und gibt Tipps zu allen Fragen rund ums Personalmanagement. Und das auch jeden Monat im compamedia-„Spickzettel".