Diese Seite verwendet Cookies. In unserer Datenschutzerklärung erfahren Sie mehr darüber.

Dr. Feiges Personaltipp: So werden Sie Ihre Mitarbeiter schnell wieder los

29.05.2013

Dr. Feiges Personaltipp: So werden Sie Ihre Mitarbeiter schnell wieder los

 

Als ich neulich in einem Unternehmen mit einer Dame sprach, die dort gerade mal seit zwei Wochen als Sachbearbeiterin arbeitete, war ich sehr erstaunt. Hier einige Zitate der neuen Kollegin:

 

„Ich habe heute mein erstes Projekt bekommen! Endlich! Ansonsten ist es momentan relativ mühsam, da ich wenig zu tun habe."


„Das ist echt krass, und mein Chef ist eher ein weicher Typ, der keine klaren Ansagen macht, sondern immer um den heißen Brei herumredet. Außerdem bedankt er sich hundert Mal, wenn ich eine Aufgabe übernehme. Dabei bin ich doch dafür da."


„Ich habe mich in den letzten Tagen selbst ‚geonboardet', also: alles mit der IT geklärt - Ausweis, Zutrittserlaubnis etc. -, sonst wäre ich jetzt immer noch ohne Zutritt."

 

Was liegt hier vor?

Eine neue Mitarbeiterin wird ziemlich alleine gelassen. Wenig ist für sie vorbereitet. Das führt dazu, dass sie sich nicht willkommen fühlt. Wieso hat man sie eingestellt, wenn doch anscheinend gar nicht so viel Arbeit vorhanden ist? Wie soll sie zeigen, dass sie was kann? Zudem fasst der Chef die neue Mitarbeiterin - im Vergleich zu den anderen Mitarbeitern - überfreundlich und mit Samthandschuhen an. Das ist sicher gut gemeint, aber in ihren Augen zeigt er ihr damit, dass sie noch nicht dazugehört. Dabei braucht ein neuer Mitarbeiter gerade in der ersten Phase der Integration eine Führung, die Sicherheit gibt, die erklärt, die Richtung gibt - kurz: die ihren Namen verdient.

 

Studien zeigen, dass viele neue Mitarbeiter bereits in den ersten vier Wochen der Betriebszugehörigkeit eine „Kündigungsvorentscheidung" fällen. Allerdings kündigen sie nicht sofort, sondern oft erst nach einem Jahr, weil sie sich zunächst nicht eingestehen wollen, dass sie die falsche Entscheidung getroffen haben. Zudem haben sie ja noch keinen anderen Job. Und schließlich geben sie der neuen Firma einfach noch eine zweite Chance. Allerdings beobachten sie nun alle Handlungen im Unternehmen mit diesem negativen Fokus. Das führt dazu, dass sie auch weiterhin viele negative Punkte sehen. Es passt ja ins Bild.

 

Mein Tipp

Deshalb: Machen Sie sich bitte Gedanken über ein strukturiertes Programm zur Einführung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter: Was muss vor dem ersten Tag des Neuen vorbereitet werden? Ist ein Einarbeitungsplan erstellt, sodass der neue Mitarbeiter weiß, was auf ihn zukommt? Wer führt den neuen Mitarbeiter in formelle und auch informelle Regeln des Betriebs ein? ...

Auf diese Art kann viel weniger schief gehen. Da die Integration neuer Mitarbeiter für viele Abteilungen eben kein Tagesgeschäft ist, muss gerade hier eine Unterstützung durch eine allgemeine Checkliste gegeben sein. Sonst wird vieles vergessen. Und das kann sehr teuer werden.

 

Sie haben eine Frage an Dr. Feige? Dann fragen Sie!

 

Seit Anfang 2011 arbeitet der Personalexperte Dr. Wolfgang Feige exklusiv für compamedia. Er unterstützt die TOP JOB-Unternehmen bei der Auswertung ihrer Benchmarkingberichte und gibt Antworten auf alle Fragen rund ums Personalmanagement. Und das auch jeden Monat im compamedia-„Spickzettel".