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Basel III: Notwendiges Übel für den Mittelstand

29.05.2013

Basel III: Notwendiges Übel für den Mittelstand

 

Auf den Mittelstand kommt ein neues Bürokratiemonster zu - so die eigene Einschätzung: Laut einer aktuellen Umfrage der compamedia GmbH unter Geschäftsführern mittelständischer Betriebe in Deutschland befürchtet gut die Hälfte der Befragten einen steigenden Aufwand für ihre Kreditvorhaben durch Basel III. Dennoch wird die geplante Reform der Bankenaufsicht positiv gesehen.

 

Knapp 70 % der Befragten erwarten von Basel III einen stabileren Bankenmarkt, lediglich 31,5 % verbinden mit den Reformen unnötige Regulierungen. Dass die allerdings erheblich sein werden, davon sind die Teilnehmer der Umfrage überzeugt: Zwei von drei Geschäftsführern sehen steigende Reportinganforderungen auf sich zukommen, rund 46 % rechnen mit höheren Kreditkosten und einem Mehr an zu leistenden Sicherheiten. Schwierigkeiten bei der Erlangung neuer Kreditlinien sehen gut 42 %. Insgesamt befürchtet mehr als die Hälfte der mittelständischen Verantwortungsträger erschwerte Kreditbedingungen, 66,7 % erwarten eine Bevorzugung großer Konzerne auf Kosten des Mittelstands mit all seinen Besonderheiten.

 

„Selbst in Zeiten niedriger Zinsen ist die Finanzierung kein Selbstläufer", erklärt Silke Masurat, Geschäftsführerin der compamedia GmbH. Die Mittelstandsexpertin hat die Umfrage durchgeführt. „Es ist aktuell zwar günstig, Kredite zu bekommen. Dafür sind die Anforderungen wie Sicherheiten und Reporting deutlich gestiegen. Durch Basel III wird sich das noch verstärken", prognostiziert sie. Für KMU-Entscheider steht daher ihre unternehmerische Autonomie an oberster Stelle: 66,7 % der Befragten wollen ihr Eigenkapital stärken, knapp die Hälfte will Finanzierungsalternativen zum Bankkredit prüfen. Vordringlichstes Ziel der Anstrengungen ist für 40,7 %, unabhängiger von den Banken zu werden.

 

Rosige Zukunftsaussichten

Insgesamt blickt der Mittelstand optimistisch in die Zukunft. Deutlich optimistischer sogar als noch bei der vorherigen Umfrage dieser Art, im Jahr 2009: Damals schätzten lediglich 3 % ihre gegenwärtige Finanzierungssituation als gut ein. Für ganze 71 % war sie eher mittelmäßig, und jeder Vierte kreuzte sogar „schlecht" als Antwort an. Ein ganz anderes Bild zeigt sich jetzt: 46,3 % sehen eine gute aktuelle Finanzierungssituation für ihr Unternehmen, weitere 48,1 % stufen sie als „mittelmäßig" ein. Nur noch 3,7 % glauben, sich derzeit in einer schlechten Finanzierungssituation zu befinden. Dementsprechend ist das dominierende Thema im Bereich Finanzierung für gut die Hälfte der Befragten aktuell: Wachstumsfinanzierung.

 

compamedia befragte im April 2013 in Zusammenarbeit mit dem Magazin „Markt und Mittelstand" Geschäftsführungs- und Vorstandsmitglieder von 515 mittelständischen Unternehmen, die in den vergangenen drei Jahren für ihre Innovationskraft, ihr Personalmanagement oder ihr nachhaltiges Wirtschaften mit einem oder mehreren der Qualitätssiegel TOP 100, TOP JOB oder „Ethics in Business" ausgezeichnet worden waren. 54 Unternehmen beteiligten sich an der Umfrage.

 

DIHK bietet Unterstützung

Übrigens: Die DIHK hat ihren hilfreichen Leitfaden zur Mittelstandsfinanzierung aktualisiert. In der überarbeiteten Informationsbroschüre werden die Ziele, die mit dem Reformpaket zur Bankenregulierung verfolgt werden, seine wesentlichen Bestandteile und der Umsetzungsstand in Europa und Deutschland gut verständlich erläutert. Unter dem Titel „Folgen von Basel III für den Mittelstand" gibt es das Nachschlagewerk hier zum Download.