Diese Seite verwendet Cookies. In unserer Datenschutzerklärung erfahren Sie mehr darüber.

Dr. Feiges Personaltipp: Weniger ist mehr

29.08.2013

Dr. Feiges Personaltipp: Weniger ist mehr

 

Heute: Die richtige Ansprache in Stellenanzeigen


Stellenanzeigen oder Karriereseiten von Unternehmen sehen heutzutage alle gleich aus. Alle bieten alles für alle. Das ist nicht zielführend. Besser wäre es, eine Zielgruppenanalyse zu machen und anhand dieser Analyse zu entscheiden, was tatsächlich in der Stellenanzeige stehen sollte oder was auf der Karriereseite für welche Zielgruppe angesprochen werden sollte.

 

 

Um diese Frage zu klären und eine fokussierte Antwort zu erhalten, sollte man sich zwei Fragen stellen:

 

1. Bei welchen meiner Angebote für Mitarbeiter (z. B. Sozialleistungen) ist der Nutzen für die Zielgruppe eher groß, bei welchen eher klein? Welche meiner Arbeitgeberqualitäten sind also für sie interessant, welche nicht?

 

2. Welche dieser Angebote oder Arbeitgeberqualitäten heben sich im Vergleich zur Konkurrenz eher stark ab, welche eher in geringem Maße?

 

Überall dort, wo ich Dinge biete, die für den (potenziellen) Bewerber von großem Nutzen sind, die aber auch leicht von der Konkurrenz angeboten werden können, befinde ich mich in einem „Must have"-Bereich. Das umfasst Maßnahmen und Eigenschaften, die ich auf alle Fälle anbieten muss, da sie mehr oder weniger zum Branchenstandard gehören und vom Mitarbeiter vorausgesetzt werden, zum Beispiel ein Vorschlagswesen mit Prämien. Ob ich aber genau solche selbstverständlichen Maßnahmen in einer Stellenannonce aufzählen sollte, wage ich zu bezweifeln. Prüfen Sie deshalb selbstkritisch, was Standard und was wirklich außergewöhnlich ist.

 

Anders ist es bei Maßnahmen, die einen hohen Nutzen für den Mitarbeiter beinhalten, und die von der Konkurrenz nicht angeboten werden, zum Beispiel Urlaubsgeld, ein internes Mentorenprogramm oder individuelle Karrierepläne mit entsprechenden Weiterbildungsprogrammen zur fachlichen und persönlichen Entwicklung. Hier läge ein, im Marketingjargon gesprochen, „USP" vor, also ein Alleinstellungsmerkmal. Das sollte ich auf alle Fälle in den Vordergrund rücken, egal, ob in der Stellenannonce oder im Bewerbungsinterview. Leider gibt es nicht viele USPs. Umso wichtiger ist es, sich darüber Gedanken zu machen.

 

Dann gibt es noch Maßnahmen oder Arbeitgeberqualitäten, welche die Konkurrenz nicht bieten kann, in denen der (potenzielle) Mitarbeiter aber auch noch keinen großen Nutzen sieht. Hier handelt es sich um den sehr zukunftsträchtigen Bereich mit Maßnahmen zum Finden und Binden von Mitarbeitern. Ich muss mir hier sehr viele Gedanken darüber machen, wie ich solche Maßnahmen mit einem Nutzen für die Mitarbeiter verbinden kann.

 

Sie sehen: Es ist gar nicht so einfach, sich von der Masse abzuheben. Aber es lohnt sich. Weniger ist oft mehr. Meine Ansprache muss nur zielsicher sein, d. h. die Wünsche der Zielgruppe treffen. Mein Rat: Segmentieren Sie Ihre Angebote und die Zielgruppen!

 

Sie haben eine Frage an Dr. Feige? Dann fragen Sie!

Seit Anfang 2011 arbeitet der Personalexperte Dr. Wolfgang Feige exklusiv für compamedia. Er unterstützt die TOP JOB-Unternehmen bei der Auswertung ihrer Benchmarkingberichte und gibt Antworten auf alle Fragen rund ums Personalmanagement. Und das auch jeden Monat im compamedia-„Spickzettel".