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Dr. Feiges Personaltipp: Mitarbeiterproduktiviät, wo bist du?

31.10.2013

Dr. Feiges Personaltipp: Mitarbeiterproduktiviät, wo bist du?

 

Heute: Wie Sie Ihre Mitarbeiter „frisch" halten


Was hat den größten Einfluss auf die Mitarbeiterproduktivität? Eine schwere Frage, bei der viele Faktoren eine Rolle spielen. Arbeitgeber sollten sich jedoch die Mühe machen, sie zu beantworten. Schließlich ist die Antwort gerade in Zeiten des Fachkräfte- und Talentemangels relevant.

 

Wie produktiv ein Mitarbeiter ist bzw. wie stark er seinen Produktivitätsdrang ausleben kann, hängt von zwei Hauptfaktoren ab: erstens von der Person selbst mit allen ihren Persönlichkeitsmerkmalen. Zweitens vom Umfeld, in dem sie arbeitet. Letzteres wiederum bestimmt auch, wie stark der Mitarbeiter seine Persönlichkeitsmerkmale ausleben kann. Und mit Umfeld sind nicht nur die Maschinen, die Infrastruktur oder die Büroausstattung gemeint. In hohem Maße spielen auch die Kollegen und Vorgesetzten eine Rolle.

 

Anfangs hui, jetzt pfui

Oft höre ich bei meinen Unternehmensbesuchen oder auch in Coachings: „Dieser Mitarbeiter war bei seiner Einstellung so gut. Und jetzt ist er kaum noch zu gebrauchen." Natürlich wird hier pauschalisiert und dramatisiert. Aber einen wahren Kern haben solche Klagen immer. Überlegen wir anhand der genannten Aussage doch einmal, was passiert sein könnte: Zu Beginn seiner Tätigkeit kommt der neu eingestellte Mitarbeiter mit hohen Erwartungen und mit 100 Prozent Power in das Unternehmen. Es liegt nun an dem Umfeld, die Erwartungen zu erfüllen und diese Power abzurufen. Oft passiert das aber nicht. Im Gegenteil: Die Motivation nimmt stetig ab, am Ende kommt es vielleicht sogar zur inneren Kündigung. Diese Entwicklung umzukehren, ist eine wahre Herkulesaufgabe.

 

Lassen Sie es nicht so weit kommen!

Werfen wir einen Blick auf das Einführungs- und Einarbeitungsprogramm unseres 100-Prozent-Power-Mitarbeiters. Wurde ihm dabei geholfen, sich in das neue Unternehmen zu integrieren? Wie wurde er dabei unterstützt, seine Leistungsfähigkeit zu entfalten? Ist er vielleicht überfordert (worden)? Für eine gute Einführung und eine gute Einarbeitung, aber auch für das Achten auf eine Balance zwischen arbeitsintensiven und weniger arbeitsintensiven Phasen ist in erster Linie die Führungskraft verantwortlich. Somit ist klar, dass das Produktivitätsniveau eines Mitarbeiters über die Zeit gesehen nicht nur von ihm selbst und seiner Persönlichkeit abhängt, sondern auch stark von der Führung. Diesen Einfluss muss man sich als Führungskraft immer wieder vor Augen halten. Hier liegt eine Menge verlorener Kapazität in Firmen.

 

Damit will ich nicht sagen, dass die Führungskraft immer das machen soll, was der Mitarbeiter will, sich also letztlich vom Mitarbeiter führen lässt. Ich plädiere nur dafür, dass man sich mit dem Mitarbeiter ab Beginn seiner Tätigkeit im Unternehmen auseinandersetzt. Nur so kann die Führungskraft erkennen, wie der Mitarbeiter tickt. Und nur so gelingt es dem Verantwortlichen, seine Führung quasi „aus der Perspektive des anderen", also seines Mitarbeiters, zu machen: Wenn die Führungskraft weiß, was der Mitarbeiter braucht, was ihm nutzt und welche ihrer Entscheidungen er vielleicht nicht versteht, kann sie ihn wirklich führen und anleiten. Nur dann hebt sie die Produktivität dauerhaft auf das Niveau, das der Mitarbeiter beim Einstieg hatte - nämlich auf 100 Prozent.

 

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Seit Anfang 2011 arbeitet der Personalexperte Dr. Wolfgang Feige exklusiv für compamedia. Er unterstützt die TOP JOB-Unternehmen bei der Auswertung ihrer Benchmarkingberichte und gibt Antworten auf alle Fragen rund ums Personalmanagement. Und das auch jeden Monat im compamedia-„Spickzettel".