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Dr. Feiges Personaltipp: Auf die Einstellung kommt es an!

28.11.2013

Dr. Feiges Personaltipp: Auf die Einstellung kommt es an!

 

Heute: Wieso beim Recruiting zu oft der falsche Bewerber ausgewählt wird.


Gerade in kleineren Unternehmen ist das Recruiting keine leichte Aufgabe. In der Regel zählt das Einstellen neuer Mitarbeiter dort nicht zum Tagesgeschäft. Entsprechend fehlt es an Übung darin und damit an Sicherheit. „Positiv" daran ist, dass die Verantwortlichen wahrscheinlich schon recht bald erneut ein Bewerbungsgespräch werden durchführen müssen - so können sie es üben. Negativ ist allerdings, dass sie bis dahin den falschen Kandidaten an Bord haben. Das hat negative Auswirkungen auf das Unternehmen, aber auch auf den neuen Mitarbeiter.

 

 

Personaler oder Geschäftsführer kleinerer Unternehmen maskieren ihre Unerfahrenheit oft dadurch, dass sie in Einstellungsinterviews viel reden. Darüber vergessen sie das Wichtigste: Fragen zu stellen. In einem Bewerbungsgespräch wollen Sie als Einstellender etwas vom Bewerber wissen. Um es herauszufinden, müssen Sie Fragen stellen und den Bewerber antworten lassen. Und: Sie müssen die Antworten des Bewerbers einordnen können. Sagt er das, was Sie hören wollen? Oder sagt er das, was er sagen würde, wenn er nicht in der Bewerbungssituation wäre?

 

Beachten Sie deshalb bereits beim Aufbau des Einstellungsinterviews einige Regeln:

Beginnen Sie das Gespräch auf alle Fälle mit einer kurzen Begrüßungsphase. Schon jetzt sollten nicht nur Sie reden: Lassen Sie vielmehr den Bewerber zu Wort kommen. Er muss die Chance bekommen, sich „freizureden". Stellen Sie ein, zwei Fragen zu belanglosen Themen, etwa der Anfahrt oder der Übernachtung im Hotel. Der Redeanteil des Bewerbers sollte in dieser kurzen Einführungssession 70 % betragen. Danach sollten Sie sich selbst kurz vorstellen und den Ablauf des Bewerbungsgesprächs skizzieren. So weiß der Bewerber, was auf ihn zukommt. Erklären Sie zum Beispiel: „Das Gespräch wird voraussichtlich eine Stunde dauern. Zuerst bin ich gespannt, was Sie mir über sich erzählen - ich werde mir erlauben, Ihnen einige Fragen zu stellen. Dann drehen wir den Spieß um, und Sie können mir Fragen stellen. Abschließend werde ich auf die Firma, die Stelle und die Bedingungen eingehen."

 

Die Firma erst zum Schluss vorstellen!

Beim Aufbau des Gesprächs wird oft ein ganz entscheidender Fehler gemacht: Der Einstellende informiert den Bewerber ganz zu Beginn des Gesprächs über die Firma, die dort gelebte Kultur, die Organisationsstruktur und die internen Prozesse. Das hat aber immer zur Folge, dass der Bewerber nun in all seinen Antworten nur noch diese Informationen widerspiegeln muss. Das Ergebnis wird sein, dass Sie zwangsläufig den Eindruck bekommen, den idealen Bewerber gefunden zu haben. Aus diesem Grund verlegen Sie im Gespräch die Darstellung Ihrer Firma besser nach hinten. Falls der Bewerber vorher dazu eine Frage stellt, können Sie ihm gut erklären, dass Sie die Firma später en bloc vorstellen möchten.

 

Einleiten können Sie den Übergang von der Interviewphase zur Unternehmensdarstellung mit der Frage, was Ihr Bewerber schon über die Firma weiß und was er noch wissen möchte. So können Sie überprüfen, wie intensiv sich der Bewerber bereits mit der Firma beschäftigt hat und an welchen Stellen ihm Dinge noch unklar sind.

 

Sie sehen: Bereits der Aufbau eines Bewerberinterviews ist wichtig für den Ausgang des Gesprächs. Im nächsten Personaltipp werde ich auf einige oft gemachte Fragefehler eingehen und einige Fragearten erläutern, mit Hilfe derer Sie „weiche" Kriterien wie Teamfähigkeit oder Integrität abfragen können.

 

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Seit Anfang 2011 arbeitet der Personalexperte Dr. Wolfgang Feige exklusiv für compamedia. Er unterstützt die TOP JOB-Unternehmen bei der Auswertung ihrer Benchmarkingberichte und gibt Antworten auf alle Fragen rund ums Personalmanagement. Und das auch jeden Monat im compamedia-„Spickzettel".