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Dr. Feiges Personaltipp: Was ist hier die Frage?

19.12.2013

Dr. Feiges Personaltipp: Was ist hier die Frage?

 

Heute: Wieso beim Recruiting zu oft der falsche Bewerber ausgewählt wird - Teil II.


Im Personaltipp vom November sprachen wir über das Einstellungsinterview. Ich habe Ihnen versprochen, dass ich mich heute dem Thema „Fragetechnik" widme.

 

Ich hatte Sie ja schon davor gewarnt, zur Begrüßung zu viel zu reden. Das gilt natürlich auch für den weiteren Verlauf des Bewerbungsgesprächs. In vielen Einstellungsgesprächen im Mittelstand, die ich miterleben durfte, ist mir aufgefallen, dass der Interviewer zu viel spricht und der Bewerber zu wenig Zeit zum Antworten hat. Wenn Sie dem Bewerber eine schwierige Frage stellen, dann müssen Sie ihm auch die Zeit lassen, sich kurz zu ordnen und eine Antwort zu formulieren. Ich weiß, diese Sekunden kommen Ihnen wie eine kleine Ewigkeit vor. Aber erliegen Sie bloß nicht der Versuchung, die „unangenehme Stille" mit der nächsten Frage zu durchbrechen. Da heißt es vielmehr: aushalten, Zeit geben, sich selbst Geduld verordnen.

 

Stellen Sie offene Fragen!

Das Nächste, was ich oft feststelle, ist, dass der Interviewer geschlossene Fragen stellt. Auf die könnte der Bewerber eigentlich getrost mit Ja oder Nein antworten. Tut er aber natürlich nicht, er ist ja höflich. Besser sind immer die offenen Fragen. Ein Beispiel: Sie wollen einen Außendienstler einstellen und fragen den Bewerber: „Gehen Sie gerne in den Außendienst?" Fragen Sie doch einfach einmal: „Wieso wollen Sie gerade in den Außendienst gehen?" Die Antwort wird Sie überraschen und Ihnen ganz sicher viel (mehr) über die Motivation des Kandidaten verraten.

 

Sie machen das schon längst? Seien Sie sich da mal nicht so sicher: Die Selbsteinschätzung von Interviewern treibt hier gerne seltsame Blüten. Vor allem, wenn man ungeübte Interviewer fragt, wie viele ihrer Fragen offen gestellt waren, so bekommt man oft die Antwort: „Bestimmt an die 80 %." Führt man jedoch eine Strichliste, erkennt man häufig, dass es gerade einmal 20 oder 30 % waren.

 

Im Januar geht's weiter: Dann lernen Sie Wissenswertes über die richtige Hinführung zu einer Frage, und Sie lernen die projektive Frage kennen.

 

A propos Fragen: Sie haben welche an Dr. Feige? Dann stellen Sie sie!


Seit Anfang 2011 arbeitet der Personalexperte Dr. Wolfgang Feige exklusiv für compamedia. Er unterstützt die TOP JOB-Unternehmen bei der Auswertung ihrer Benchmarkingberichte und gibt Antworten auf alle Fragen rund ums Personalmanagement. Und das auch jeden Monat im compamedia-„Spickzettel".