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Dr. Feiges Personaltipp

27.02.2014

Dr. Feiges Personaltipp

 

Heute: Generation Y - Bewerber werden Umworbene


Unternehmen sehen die „Generation Y" nicht mehr nur als Konsumenten, sondern immer mehr auch als potenzielle Mitarbeiter - als die Kollegen von morgen. Damit geht ein Paradigmenwechsel in der Bewerberansprache, in der ganzen Personalarbeit, einher.

 

Der Arbeitsmarkt hat sich verändert: Unternehmen wählen sich ihre Mitarbeiter immer seltener aus, sie werden vielmehr von gut ausgebildeten und selbstbewussten Arbeitnehmern ausgewählt. Und wer eine Stelle in einem Unternehmen antritt, das sich bei ihm „beworben" hat, der tut dies mit ganz anderen Erwartungen als jemand, der lange auf eine solche Chance warten musste. Und hier gibt es oft schon das erste Problem: Denn natürlich wird der „Chosen One" an seinem Arbeitsplatz nicht mit Vorschusslorbeeren und der fest eingeplanten steilen Karriereleiter erwartet. Vielmehr muss er sein Können erst einmal beweisen. Vor allem bei größeren Mittelständlern trifft er zudem oft auf viele ebenfalls neu eingestellten Kollegen, die ähnlich selbstbewusst und gebildet sind wie er. Da fällt es schwer, sich noch als etwas Besonderes zu fühlen. Jetzt ist die Personalabteilung gefragt.


Generation Y integrieren
Die Verantwortlichen müssen sich also genau überlegen, wie sie die neuen Kollegen einerseits weiter umwerben, andererseits aber auch ein bisschen erden, sprich: die Mitarbeiter integrieren. Zunächst muss man dabei prüfen, ob das bisherige Programm zur Einführung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter - neudeutsch „Onboarding Program" - so bleiben kann, wie es ist, oder ob man dieses an die neuen Gegebenheiten anpassen muss.


Eine weitere Möglichkeit der „Integrationshilfe" sind individuelle Paten. Oder auch interne Online-Plattformen. Schließlich ist die Generation Y gewohnt, sich über solche Kanäle auszutauschen und zu vernetzen. Weiter geht es mit den Karriereprogrammen: Die Generation Y ist - wenn man den Untersuchungen glauben darf - ungeduldig in der Frage, wie lange sie auf Karriere warten will. In unseren TOP JOB-Untersuchungen kommt seit einigen Jahren regelmäßig zum Ausdruck, dass sich immer mehr Junge bei der Personalentwicklung „altersdiskriminiert" fühlen. Vielleicht sollten Sie sich hier Gedanken machen zu anderen, neuen Karriereprogrammen?


Neben dem altbekannten hierarchischen Programm gibt es beispielweise die Möglichkeit, inhaltliche Programme aufzubauen. Es bietet sich eine Projektlaufbahn an, die vor allem in eher technischen Branchen wie dem Anlagenbau oder der IT wunderbar funktioniert. Die Laufbahn fängt dann als Junior-Project-Manager an. Das bedeutet, dass jemand erst einmal nur in einem Projekt mitarbeitet. Danach wird er zum Projektleiter, der ein Projekt selbstständig führt. Die nächste Position ist der Senior-Projektleiter, der mehrere Projekte gleichzeitig koordiniert. Wichtig ist es, ein transparentes Karrieresystem aufzubauen, und dieses bekannt zu machen.


Denkbar ist es auch, ein Programm aufzulegen, mit dem man sogenannte Change-Agents ausbildet. Das sind Mitarbeiter, die Veränderungsprozesse in Unternehmen lenken sollen. Sie müssen nicht unbedingt fachlich tief in der Materie stecken. Aber sie müssen mit Methodenwerkzeugen ausgestattet sein, mit denen das Unternehmen solche Change-Prozesse konzipieren, moderieren und abschließen können. Der Vorteil: Man entlastet die Fachleute und gibt der Generation Y die Möglichkeit, sich breites Wissen anzueignen.


Die Personalabteilung sollte sich aber auch die Führungskräfte anschauen: Sind diese darauf vorbereitet, demografiebezogen zu führen? Das heißt: Können sie unterschiedliche Generationen im Team individuell führen? Sie sehen: Heute ist die Zeit, kreativ zu sein! Ich bin mir sicher, dass auch Sie schon gute Ideen haben.


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Seit Anfang 2011 arbeitet der Personalexperte Dr. Wolfgang Feige exklusiv für compamedia. Er unterstützt die TOP JOB-Unternehmen bei der Auswertung ihrer Benchmarkingberichte und gibt Antworten auf alle Fragen rund ums Personalmanagement. Und das auch jeden Monat im compamedia-„Spickzettel".