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Dr. Feiges Personaltipp

22.05.2014

Dr. Feiges Personaltipp

 

Heute: Fünf Ratschläge gegen den Fachkräftemangel

 

Der Fachkräftemangel wird nahezu täglich in den Medien beschrieben und beklagt. Aber wo liegen die Lösungen?

 

 

Eins ist klar: Die Politik wird es nicht schaffen, das Problem zu lösen. Hier sind die Unternehmen gefragt. Die Bandbreite der Möglichkeiten reicht von ganz einfachen bis sehr komplexen Maßnahmen.

 

1) Höhere Löhne gut überdenken 

Die kurzfristigste Lösung wäre es natürlich, die Bezahlung für die entsprechenden Tätigkeiten zu erhöhen. Das würde die Fluktuation verringern und das Finden neuer Mitarbeiter erleichtern. Das ist aber leichter gesagt als getan: Viele Unternehmen können sich den zusätzlichen Personalaufwand nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln. Auch würde das interne Entgeltgefüge durcheinandergebracht, höhere Löhne für einzelne Personen würden von anderen als ungerecht erachtet. Besser wäre es also, die Arbeitsbedingungen (weiter) zu verbessern und vor allem die eigenen Qualitäten als Arbeitgeber herauszustellen, zum Beispiel durch den Aufbau einer prägnanten Arbeitgebermarke.

 

2) Gezielt Ausbildungsabbrecher ansprechen

Wenn der Arbeitsmarkt leer ist, lohnt es sich aber auch, darüber nachzudenken, ob man sich mit Stellenannoncen oder durch Aushänge an schwarzen Brettern in Schulen und Universitäten gezielt an Ausbildungsabbrecher wendet. Solche Abbrecher haben in der Regel schon viel in die Aneignung von spezifischem Wissen investiert. Vielleicht kommen sie aber mit den theoretischen Lernanforderungen nicht zurecht, weil sie mehr Praktiker sind mit einem Flair für einen ganz bestimmten Beruf. Solche Personen sind oft sehr dankbar für eine zweite Chance. Und bei Ihnen lernen sie viele Dinge spielend „by doing".

 

3) Auf breiter Basis suchen

Oft rentiert es sich auch, die Suche unter Absolventen auf Nachbarfächer oder auf verwandte Fächer zu konzentrieren. Ein IT-Mitarbeiter muss nicht unbedingt Informatik studiert haben, aber er muss in Logiken denken können. Was ist also zum Beispiel mit Physikern? In diesem Bereich blockieren sich meines Erachtens viele Unternehmen selbst, da sie nur "den" Experten suchen.

 

4) Gezielt Weiterbildungsmaßnahmen fördern

Weitere interne Maßnahmen, die allerdings nicht kurzfristig wirken, sind der Aufbau einer strukturierten Weiterbildung und die finanzielle und eventuell auch zeitliche Förderung von nebenberuflichen Studien oder Ausbildungen. Das führt in der Regel zu einer hohen Mitarbeiterbindung und ist ein besonders gutes Personalmarketinginstrument. Sie können damit Mitarbeiter fördern und befördern, sei es fachlich oder hierarchisch. Aber aufgepasst: Es kann passieren, dass Führungskräfte, die ihre Mitarbeiter fördern und weiterbringen, als „Durchlauferhitzer" sehr begehrt sind: Es spricht sich herum, dass man bei diesen Führungskräften schnell etwas werden und dann auch wieder weiterziehen kann. Geschieht dies innerhalb der Unternehmung, ist das eine Win-Win-Situation. Wenn aber viele dieser Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, muss man stärker an der eigenen Arbeitgeber-Attraktivität arbeiten.

 

5) Arbeitgeberqualitäten testen lassen

Zuletzt sei es mir erlaubt - auch wenn ich parteiisch bin - darauf hinzuweisen, dass selbstverständlich auch die unabhängige Auszeichnung als Top-Arbeitgeber eine mehr als hilfreiche Maßnahme im Werben um gute Fachkräfte ist. Die nächste Möglichkeit dazu besteht zum Beispiel gerade bis zum 10. Oktober bei TOP JOB.

 

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Seit Anfang 2011 arbeitet der Personalexperte Dr. Wolfgang Feige exklusiv für compamedia. Er unterstützt die TOP JOB-Unternehmen bei der Auswertung ihrer Benchmarkingberichte und gibt Antworten auf alle Fragen rund ums Personalmanagement. Und das auch jeden Monat im compamedia-„Spickzettel".