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Dr. Feiges Personaltipp

28.08.2014

Dr. Feiges Personaltipp

 

Heute: Arbeitswelt – Maloche oder Paradies?

 

Sind wir alle wirklich immer mehr gestresst? Oder ist es nur eine gefühlte Überlastung? Machen wir uns am Ende den Stress selbst? Ein paar Fragen können das klären.

 

 

Ich höre immer wieder, dass die Work-Life-Balance vielerorts aus dem Lot geraten ist. Mehr und mehr fühlen sich Mitarbeiter und Führungskräfte gestresst und ausgebrannt. Woher kommt das? Wo liegen die Ursachen? Schließlich arbeitet die überwiegende Zahl der Mitarbeiter wie früher ihre 8 oder 7,5 Stunden. Und die Überstundenberge waren vor 10, 20 oder 30 Jahren ähnlich hoch wie heute. Dennoch scheint bei vielen das Gefühl der Überlastung stetig zu wachsen. Das gilt auch für das Empfinden, dass die Relation zwischen Arbeitszeit und Freizeit in ein immer stärkeres Ungleichgewicht gerät.

 

Wo also liegen die Ursachen? Folgende Fragen sollten beantwortet und reflektiert werden, wenn man zu einer Lösung kommen möchte:

  • Ist heute das generelle Bild oder der Wert von Arbeitszeit und Freizeit im Vergleich zu früher verschoben? Haben wir also eine neue Wertekultur? So spricht man seit ca. 20 Jahren immer mehr von dem Begriff der Freizeitgesellschaft.
  • Entspannen sich viele Menschen in der Freizeit nicht mehr? Man spricht ja in der Tat heute oft vom „Freizeitstress". Statt auszuruhen, begeben sich nicht wenige in waghalsige Abenteuer, auf aufreibende Urlaubsfahrten oder renovieren ihr Haus. Haben wir also einen zu geringen Wechsel zwischen Hochleistungsphasen und Erholungsphasen, also auf das Wort Stress bezogen einen zu geringen Wechsel zwischen „Eustress", d.h. positivem Stress, der Personen sogar in einen Flow-Zustand versetzen kann, und dem eher negativen „Distress"?
  • Ist eventuell die Arbeitsverdichtung zu stark geworden? Und wenn ja, woran liegt das? Liegt es eher an zu viel Gleichförmigkeit im Job oder umgekehrt an zu vielen verschiedenen Aufgaben gleichzeitig?
  • Wie steht es um den Sinn der Arbeit? Ist dieser vielen einfach nicht mehr klar, sodass sie in der Freizeit einen Sinn suchen und entsprechend aktiv sind? Könnte eine Diskussion über den Sinn, den tieferen Nutzen der Arbeit, an der einen oder anderen Stelle helfen, Frustrationen und ein daraus entstehendes Gefühl der Überlastung zu überwinden?

 

Fragen über Fragen! Meines Erachtens lohnt es sich als Führungskraft, sich über die Antworten zunächst selbst klar zu werden und dann zusammen mit Mitarbeitern darüber zu diskutieren und zu reflektieren. Sie werden über die Ergebnisse überrascht sein. In der Regel wird bei solchen Übungen nämlich sehr schnell sehr klar, dass die Einflussfaktoren nicht eindimensional sind, sondern dass mehrere Faktoren innerhalb und außerhalb der Unternehmung zusammenwirken. So kann es zu ernsten negativen Kumulationen von inneren und äußeren Einflussfaktoren kommen, statt zu positiven Synergieeffekten.

 

Leider ist aber der Mensch, insbesondere wenn er belastet ist, eher ein pauschal und eindimensional denkendes Wesen. Das hat aber zur Folge, dass er sich unbewusst einen negativen Fokus setzt, durch den er die Welt betrachtet. Oft entsteht daraus eine Negativ-Spirale. Deshalb: Probieren Sie mal, das Thema allein oder mit Ihren Mitarbeitern zu reflektieren. Oft sind es nur kleine Dinge, die geändert werden müssen. Diese haben aber oft eine sehr starke Hebelwirkung.

 

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Der Personalexperte Dr. Wolfgang Feige von compamedia unterstützt TOP JOB-Unternehmen bei der Auswertung ihrer Benchmarkingberichte und gibt Antworten auf alle Fragen rund ums Personalmanagement. Und das auch jeden Monat im compamedia-„Spickzettel".