Führen im Homeoffice: 3 Erfolgsfaktoren für Führungskräfte

Die TOP JOB-Trendstudie 2022 „Homeoffice richtig gestalten“ der Universität St. Gallen im Auftrag des Konstanzer Zentrums für Arbeitgeberattraktivität hat untersucht, welche Erfolgsmuster es zur Förderung von Leistung und Gesundheit der Mitarbeitenden im Homeoffice gibt. Die richtige Führung ist ein Hauptfaktor für gesunde Hochleistung. Mehr als 45 % der befragten Führungskräfte geben an, ihre Mitarbeitenden im Homeoffice nicht so unterstützen zu können, wie sie es gerne tun würden.

Führung auf Distanz ist besonders fordernd und anspruchsvoll, da der emotionale und soziale Kontakt zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden weniger leicht herzustellen ist. In der Trendstudie „Homeoffice richtig gestalten“ werden vier Cluster unterschieden: Gesunder Durchschnitt, Gefährdeter Durchschnitt, Gesunde Hochleister und Hochleister am Limit.

3 Erfolgsfaktoren von Führung im Homeoffice

Im Vergleich zu anderen Mitarbeitenden zeichnet das Fundament der Führung bei Gesunden Hochleistern insbesondere drei Aspekte aus:

  • Zielklarheit
  • Inspiration für die Zukunft
  • Wertschätzung

Gesunde Hochleister zeichnen sich durch hohe Leistung im Homeoffice ohne negative Auswirkungen auf ihre eigene Gesundheit aus.

Im Homeoffice Ziele klar definieren

Bei der Arbeit im Homeoffice entstehen sehr schnell Arbeitssituationen, die durch unklare Ziele und mangelnde Priorisierung gekennzeichnet sind. Führt eine Führungskraft nicht zielorientiert oder ist im schlimmsten Fall komplett abwesend, kann die durch das Homeoffice gewonnene Autonomie schnell in Unproduktivität und die Priorisierung von falschen Zielen abgleiten. Gesunde Hochleister im Homeoffice erleben deutlich häufiger (+21 %) eine ergebnisorientierte Führung. Durch die klare Definition der Ziele fällt es ihnen besonders leicht, sich zu strukturieren und ihre Aufgaben zu priorisieren.

Mit Inspiration auch in der Ferne auf dasselbe Ziel einschwören

Der zweite Kernaspekt guter Führung im Homeoffice ist die Inspiration für die Zukunft. Bei inspirierender Führung rückt eine motivierende Vision in den Vordergrund, wodurch die Mitarbeitenden das „Warum“ ihrer Arbeit erkennen. Sie zeichnet sich also dadurch aus, dass die emotionale Komponente in den Vordergrund gestellt wird. Dies hebt Führung von einer alleinig anleitenden Rolle auf eine höhere, intrinsisch motivierende Ebene. Gesunde Hochleister im Homeoffice berichten von einer um 18 % stärkeren visionären Führung, was sie zu außergewöhnlichen Leistungen motiviert.

Wertschätzung der Arbeit im Homeoffice

Damit Mitarbeitende im Homeoffice Wertschätzung in ihrer täglichen Arbeit erleben, können Führungskräfte an verschiedenen Stellen ansetzen. Ein wichtiger Aspekt ist es, die benötigte Unterstützung zu bieten. Wenn die Unterstützung proaktiv angeboten wird und nicht nur reaktiv auftritt, wenn Mitarbeitende aktiv um Hilfe bitten, nehmen Mitarbeitende die Unterstützung besonders positiv wahr. Besonders hilfreich können regelmäßige Einzelgespräche sein, in denen es herauszufinden gilt, was im Homeoffice gut funktioniert und was nicht.

 

Auf Distanz schwieriger ist es, die erbrachten Leistungen der Mitarbeitenden zu sehen und entsprechend zu würdigen. Führungskräfte von gesunden Hochleistern schaffen genau dies, wodurch Wertschätzung in der Beziehung zur Führungskraft als auch in der täglichen Arbeit an sich um 24 % stärker wahrgenommen wird.

Führungskräfte von gesunden Hochleistern reduzieren:

  • Laissez-faire Führung
  • Command and Control

Da insbesondere das Zusammengehörigkeitsgefühl im Homeoffice schwerer zu bewahren ist, ist die oberste Priorität guter Führung auch auf Distanz präsent zu sein.

Laissez-faire im Homeoffice unbedingt vermeiden

Das Gegenteil von präsenter und nahbarer Führung ist Laissez-faire-Führung – ein Nicht-Führen, bei dem der oder die Vorgesetzte kaum Verantwortung übernimmt und so die Mitarbeitenden im Homeoffice sich selbst überlassen werden. Das Verhältnis zwischen Führungskraft und den Mitarbeitenden ist hierbei überhaupt nicht wertschätzend, sondern sehr unpersönlich und mechanisch. Laissez-faire-Führung ist bei gesunden Hochleistenden im Homeoffice um bis zu 65 % reduziert.

Vorsicht bei Command and Control im Homeoffice

Eine starke Zielfokussierung ist hierbei jedoch nicht mit rein direktiver Führung (auch Command and Control genannt) zu verwechseln. Ein direktiver Führungsstil fokussiert sich rein auf Anweisungen, Kontrolle und korrigierendes Verhalten. Die Vorgesetzten begründen Entscheidungen rein auf der Grundlage ihrer Machtposition. Entscheidungen werden von der Führungskraft allein getroffen und durch eine hierarchische Vormachtstellung durchgesetzt. Bei dieser Führung stehen Command and Control an erster (und einziger) Stelle. Und genau deshalb ist reines Command and Control bei Gesunden Hochleistern im Homeoffice, trotz erhöhter zielorientierter Führung, sichtlich reduziert (-24 %).

Das und vieles mehr erfahren Sie in der TOP JOB-Trendstudie „Homeoffice richtig gestalten“.